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Verändert Design die Menschenrechte?

«Als Designer gestalten wir Teile unserer Welt, daher können wir einen positiven Beitrag leisten», sagt Bernhard Lenger. Der Designer gründete aus diesem Gedanken heraus die Initiative «We are», die er als Plattform sieht, um sich intensiv mit der Wirkung von Design auseinanderzusetzen. Lenger nennt es «Design Thinking». Beim ersten Projekt «We are Human Rights» bringt er Menschenrechtler und Aktivisten mit Designern zusammen.

Initiative «We are»

Was haben Designer und Menschenrechtler gemeinsam? Der Designer ist ein professioneller Problemlöser. Der Menschenrechtsverteidiger hat das Wissen über die Probleme und die Erfahrung damit umzugehen. Menschenrechtler und Aktivisten verteidigen die Rechte von sich selbst und anderen. Mit ihren Worten und Handlungen wollen sie eine positive gewaltfreie Veränderung bewirken. Auch Designer streben nach positiver Veränderung, suchen nach Lösungen von Problemen und gestalten unsere Umwelt. «Beide Berufe arbeiten nicht für sich selbst, sondern versuchen das Leben für uns alle zu verbessern.» Davon ist der Designer Bernhard Lenger überzeugt.

Designer Bernhard Lenger startete die Initiative «We are».zoom
Designer Bernhard Lenger startete die Initiative «We are».

Bernhard Lenger nimmt mit seiner Arbeit oft eine politische Haltung ein. Beispielsweise mit der Kampagne «This is Ecocide» (Das ist Ökozid). Dieses Projekt begann Lenger, als er entdeckte, dass Ökozid einst vom Internationalen Strafgerichtshof als Verbrechen anerkannt wurde, aber entfernt wurde. Die schwere Zerstörung unseres Ökosystems soll wieder als Verbrechen eingestuft werden.

«We Are Human Rights» (Wir sind Menschenrechte) ist der erste Teil seiner «We Are»-Initiative. «Manche Leute wollen einfach schöne Sachen machen. Manche haben das Gefühl, dass etwas fehlt, wenn sie nur hübsche Sachen machen», sagt der Designer. Diese Verlagerung nach mehr Verantwortungsbewusstsein habe er bei vielen jungen Designern festgestellt. Mit der Initiative haben die Experten aus unterschiedlichen Gruppierungen die Chance, relevante Themen aufzugreifen und die Umwelt zielgerichtet zu beeinflussen.

Unterstüzt wird das Projekt von der Shelter-City-Initiative der Niederlande, die den in ihrem Land gefährdeten Personen einen Aufenthaltsort bietet. Die Menschenrechtsverteidiger können sich so für drei Monate im Ausland aufhalten. Im Gegenzug besuchen die Designer die Aktivisten in ihrem Heimatland. Lenger: «Wir müssen die Arbeitsbedingungen der Menschenrechtsverteidiger verstehen. Aber es ist auch absolut notwendig, die Kultur und Gesellschaft des Landes zu verstehen, in dem das Problem auftritt.» 

«Ist Privatsphäre ein Menschenrecht?» fragt Bernhard Lenger. Er will Veränderungen positiv beeinflussen.zoom
«Ist Privatsphäre ein Menschenrecht?» fragt Bernhard Lenger. Er will Veränderungen positiv beeinflussen.
Mit der Initiative «We Are Human Rights» werden Denkanstösse gegeben. Hier: «Wird Recht zu einem Werkzeug für Diskriminierung?»zoom
Mit der Initiative «We Are Human Rights» werden Denkanstösse gegeben. Hier: «Wird Recht zu einem Werkzeug für Diskriminierung?»
 

Mehr über die Initiative «We Are», das erste Projekt «We Are Human Rights» sowie «This is Ecocide»:
www.bernhardlenger.com
www.wearehumanrights.com
www.thisisecocide.org


Text: EL, PD

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