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Auf der Suche nach der guten Form

Die Berliner Designerin Hanne Willmann ist Anfang 30 – und gehört schon zu den Wichtigen ihrer Branche. Auf der Suche nach der guten Form hat sie die Dinge auf den Kopf gestellt und Konventionen hinter sich gelassen. Und nicht nur das macht Hanne Willmann «very Bauhaus».

Das «Tray Shelf» von Woud gehört zu Hanne Willmanns Lieblingen: Die Regalböden sind unterschiedlich lang und lassen sich verschieben, so dass auch mal mehr Platz nach oben bleibt, zum Beispiel für grössere Bücher oder einen schönen Blumenstrauss. Foto: Thomas Wiuf
Das «Tray Shelf» von Woud gehört zu Hanne Willmanns Lieblingen: Die Regalböden sind unterschiedlich lang und lassen sich verschieben, so dass auch mal mehr Platz nach oben bleibt, zum Beispiel für grössere Bücher oder einen schönen Blumenstrauss. Foto: Thomas Wiuf
Irgendwann wünscht sich wohl jeder so ein Bett. «Someday» war Hanne Willmanns erste Arbeit für die Bettenmanufaktur Schramm – und sie verrät: Würde sie als Möbelstück wiedergeboren, dann wäre sie gern ein Bett. Was für eines, ist ja wohl klar.
Irgendwann wünscht sich wohl jeder so ein Bett. «Someday» war Hanne Willmanns erste Arbeit für die Bettenmanufaktur Schramm – und sie verrät: Würde sie als Möbelstück wiedergeboren, dann wäre sie gern ein Bett. Was für eines, ist ja wohl klar.
Hanne Willmann studierte Industriedesign, führt ein eigenes Studio in Berlin, unterrichtet an der Universität der Künste und ist Kreativdirektorin bei Interlübke.
Hanne Willmann studierte Industriedesign, führt ein eigenes Studio in Berlin, unterrichtet an der Universität der Künste und ist Kreativdirektorin bei Interlübke.

Nein, in ihrem Zuhause, bei den Eltern auf dem Land habe es keinen einzigen Bauhaus-Klassiker gegeben. Keinen Sessel, keinen Schrank, keine Leuchte. Aber ihre Mutter restaurierte mit grosser Hingabe Stühle, Tische und Kommoden. «Von ihr habe ich gelernt, dass man ein Möbel lieben kann.» Und das ist es, was Hanne Willmann eigentlich tut: Sie liebt Möbel. Betten, Tische, Stühle, Regale. Und dazu so ziemlich alles, was man damit kombinieren kann: Vasen, Tabletts, Geschirr. Hanne Willmann ist eine, die man auf französisch «passioné» nennen würde, jemand, der mit unbedingter Hingabe solange an einem Entwurf arbeitet, bis er zwei Anforderungen genügt: Ihrem eigenen Anspruch an gute Gestaltung und dem Anspruch eines Herstellers an ein gutes Produkt. Deshalb wird die Designerin immer wieder als Bauhaus-Erbin bezeichnet. Nicht ganz falsch, denn die Regeln guter Gestaltung, wie sie an der von Walter Gropius gegründeten Schule gelehrt wurden, gehören für Hanne Willmann zu den Grundlagen, die nicht verhandelbar sind: «Wir sind doch alle Erben des Bauhaus‘», sagt sie – und meint dabei eigentlich die Tatsache, dass fast jeder, der in Deutschland oder der Schweiz Design studiert, bei Professor-Innen lernt, die ihrerseits bei Bauhäuslern oder deren SchülerInnen gelernt haben. Hanne Willmann ist sozusagen Bauhaus-Nachfahrin in fünfter Generation, die Ahnenlinie ihrer Lehrer geht bis auf Max Bill zurück. «Die Ideen vom Bauhaus prägen unser aller Umgebung bis heute, und zwar meistens ohne, dass wir uns dessen bewusst wären.»


Das Geheimnis ihres Erfolgs verrät das Magazin RAUM UND WOHNEN.
Die Ausgabe 3/2019 lässt sich online bestellen.

Am meisten Bauhaus im Portfolio von Hanne Willmann ist wohl die Vitrine «S4». Das schwarze Fach über den Glasfächern zitiert den schwebenden Moment der Kragstühle von Marcel Breuer. Tecta.
Am meisten Bauhaus im Portfolio von Hanne Willmann ist wohl die Vitrine «S4». Das schwarze Fach über den Glasfächern zitiert den schwebenden Moment der Kragstühle von Marcel Breuer. Tecta.
Die «Willmann Vase» aus Beton und Glas dient als Sinnbild für die Designerin selbst: Mit Verve nimmt sie zarte wie opulente Sträusse auf und zeigt dabei immer, dass man die Dinge ruhig auch mal andersherum betrachten kann. Menu.
Die «Willmann Vase» aus Beton und Glas dient als Sinnbild für die Designerin selbst: Mit Verve nimmt sie zarte wie opulente Sträusse auf und zeigt dabei immer, dass man die Dinge ruhig auch mal andersherum betrachten kann. Menu.

Text: Barbara Hallmann
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 3/2019

Bezugsquelle:
Studio Hanne Willmann
10437 Berlin, Deutschland
hannewillmann.com

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