DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Wohnhaus: Perfekt versteckt

Besucher, die durch die historischen Gassen von Nepi streifen, können nur erahnen, wie die Wohnungen hinter den teils bröckeligen Fassaden aussehen. Wer dabei nicht an helle, moderne und grosszügige Räume denkt, wird hier eines Besseren belehrt.

Das Sofa aus hellblauem Samt hat Rodolfo Dordoni für Minotti entworfen. Der Tisch von Raimondo Garau zeigt eine Sammlung von Vintage-Vasen aus den 1950er-Jahren. Der Teppich wurde von Massimo Adario gestaltet, nach einem Design von Gio Ponti.
Das Sofa aus hellblauem Samt hat Rodolfo Dordoni für Minotti entworfen. Der Tisch von Raimondo Garau zeigt eine Sammlung von Vintage-Vasen aus den 1950er-Jahren. Der Teppich wurde von Massimo Adario gestaltet, nach einem Design von Gio Ponti.
Das eindrucksvolle Bücherregal von Pietro Russo fügt sich perfekt in die Wandnische ein und reicht über die gesamte Raumhöhe. Der grüne Samtsessel ist ein Vintage-Stück.
Das eindrucksvolle Bücherregal von Pietro Russo fügt sich perfekt in die Wandnische ein und reicht über die gesamte Raumhöhe. Der grüne Samtsessel ist ein Vintage-Stück.
Vom Wohnzimmer aus gelangt man durch eine schwellenlose Flügeltür auf die Terrasse. Auf dem Boden wurde innen wie aussen Naturstein verlegt. Über dem Kamin hängt ein Gemälde von Dan Rees.
Vom Wohnzimmer aus gelangt man durch eine schwellenlose Flügeltür auf die Terrasse. Auf dem Boden wurde innen wie aussen Naturstein verlegt. Über dem Kamin hängt ein Gemälde von Dan Rees.

Nepi ist in vielerlei Hinsicht eine typische italienische Gemeinde der Provinz Latium. Nur 60 Kilometer von Rom entfernt, leben hier rund 9500 Menschen in engen Gassen und Strassen mit historischen Häusern, die allesamt auf die Kirche Santa Maria Assunta ausgerichtet sind. Inmitten dieses pittoresken Settings, gleich neben der Kirche, restaurierte der römische Architekt Massimo Adario ein Wohnhaus, das seine Liebe für hochwertiges Design und schöne Materialien widerspiegelt.

«Ursprünglich war das Haus dunkel und in viele kleine Räume aufgeteilt. Die Besitzer wollten es offener, funktionaler gestaltet», erzählt der Architekt. Er liess das Haus entkernen, bis nur noch die Aussenmauern standen, und stützte diese durch eine Stahlkonstruktion. Nachdem die ursprünglichen Trennwände entfernt waren, konnte er den Raum völlig neu aufteilen und die Wohnfläche auf 250 Quadratmeter vergrössern. «Die Räume winden sich wie eine Spirale über die verschiedenen Etagen», erklärt Massimo Adario. «Der stetige Wechsel von offen und geschlossen beziehungsweise hell und dunkel sorgt für Spannung.» Das Haus passt zu einer modernen Familie. Es gibt Räume, in denen man seine Zeit gemeinsam verbringen und Räume, in die man sich zurückziehen kann. «Wer sich im Wohnzimmer befindet, kann ins Büro im Obergeschoss blicken», sagt der Architekt. Die ursprüngliche Aussentreppe hat Massimo Adario erhalten. Wer durch den historischen Ort läuft und in das moderne Haus tritt, fühlt sich wie in einer anderen Welt. Das hohe Wohnzimmer mit seiner Galerie und den grosszügigen Glastüren gibt sich elegant. Alle Details sind durchdacht, die Funktionen der Räume aufeinander abgestimmt. So ist beispielsweise die Laibung des Durchgangs vom Wohn- zum Esszimmer mit polierten Metallplatten versetzt. Ähnlich eines Spiegels lassen sie das vergleichsweise niedrige Esszimmer grösser erscheinen und werfen Licht in einen Raum, der sonst recht düster wäre.

Naturstein, Holz, Metall – Massimo Adario verwendet gern unterschiedliche Materialien. Wie dadurch die Räume mehr Tiefe erhalten, ist im Magazin RAUM UND WOHNEN zu lesen. Die Ausgabe 05/2019 lässt sich online bestellen.

Die Laibung des Durchgangs vom Wohn- zum Esszimmer ist mit polierten Metallplatten versehen. Sie lassen das vergleichsweise niedrige Esszimmer grösser erscheinen. Esstisch von Massimo Adario; Stühle «Cab» von Mario Bellini für Cassina; Sideboard «Carlos» von Renato Zamberlan für Casamania Horm; Stehleuchte von Achille und Pier Giacomo Castiglioni für Flos; Druckgrafiken von Mastequoia.
Die Laibung des Durchgangs vom Wohn- zum Esszimmer ist mit polierten Metallplatten versehen. Sie lassen das vergleichsweise niedrige Esszimmer grösser erscheinen. Esstisch von Massimo Adario; Stühle «Cab» von Mario Bellini für Cassina; Sideboard «Carlos» von Renato Zamberlan für Casamania Horm; Stehleuchte von Achille und Pier Giacomo Castiglioni für Flos; Druckgrafiken von Mastequoia.

Text: Julia Mincarelli, Bearbeitung: Kirsten Höttermann
Fotos: Birgitta Wolfgang / Sisters Agency
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 05/2019

Bezugsquelle:
Massimo Adario
massimoadario.com

Artikel teilen
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen
Klicken Sie auf Ihrem Smartphone Zum Home-Bildschirm, um ein Icon der Website dem Startbildschirm hinzuzufügen!