DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Inside Out

Wenn Sommer und Sonne an die Tür klopfen, muss alles raus. Auch Möbel und Accessoires. Kein Problem, findet Iria Degen, wenn man von Anfang an von drinnen nach draussen denkt. Und umgekehrt.

«Im letzten Jahr durfte ich viele spannende Projekte für private KundInnen verwirklichen. Der eingeschränkte Aktionsradius hatte den Fokus der Menschen verschoben und das Bedürfnis, sich ein perfektes Zuhause zu schaffen, war plötzlich gross. In diesem Zuhause durften ein Garten oder eine Terrasse nicht fehlen, denn gerade die Natur hatte sich in einen sicheren Ort verwandelt, der trotzdem ein Stück Freiheit bot – ein Gefühl, das man auch im Eigenheim nicht mehr missen wollte.
Das brachte mich auf ein Konzept, welches ich auch in meiner eigenen Finca «Tres Hermanas» auf Mallorca umgesetzt habe: Ein guter Look für drinnen und draussen, ohne Schwellen und ohne Angst, Möbel und Accessoires einfach auszutauschen, wenn Gäste kommen oder wenn man gerade Lust darauf hat. Alles, was im Haus seinen Platz hat, kann genauso gut draussen stehen und umgekehrt. Möbel und sogar Accessoires sind funktional ausgewählt, wetterfest, praktisch, und doch auch gemütlich: Das Robuste des Exterieurs wandert nach drinnen, während das Atmosphärische, Wohnliche, nach draussen getragen wird. Im Haus sind die Polster mit wasserfesten, lichtechten Textilien bezogen. Dafür finden sich im Aussenbereich verschiedene Accessoires wie Körbe aus Leder oder kabellose Leuchten, die so auch im Wohnbereich stehen könnten. Man denkt von Anfang an in beide Richtungen, deshalb begegnen sich Materialien und Farben völlig gleichwertig. Für mich ist das fast eine logische Konsequenz, schliesslich ist das Exterieur heute fast immer auch vom Innenraum aus zu sehen. Egal ob beim Alt- oder Umbau – allein der Wunsch nach grossen Fenstern und viel Tageslicht sorgt dafür. Man vergrössert, vervielfacht den Innenraum und gewinnt über den Gestaltungsgedanken den kompletten Aussenraum hinzu.

Iria Degen. Portrait The Roomers.
Outdoor-Teppich «Loft». TRIBU.
Outdoor-Teppich «Loft». TRIBU.

Das Zelt, das auch den Gästen meiner Finca zur Verfügung steht, sehe ich als eine Art «Cozy Bubble», in der ich es mir mit Outdoorteppichen und Kissen gemütlich machen kann, um Sport zu treiben oder einfach nur zu sein. Es ist ein anderer Raum, eine andere Erfahrung, aber auch ein kleines Abenteuer. Und da es an die Infrastruktur des Hauses angebunden ist, kann man es ruhig auch als Schlafplatz nutzen. Zurück zu den Wurzeln, aber nicht ohne ein gewisses Upgrade. Wohnen, vor allem im Sommer, darf und soll Spass machen. Was mich auch zur Frage bringt, was heute eigentlich wirklich wichtig ist? Sicher nicht das perfekte Gästezimmer, das vielleicht nur zweimal im Jahr genutzt wird. Es geht vielmehr um intensive Erfahrungen, ums Zusammensein, dazu gehört beispielsweise auch ein Feuer, an dem man gemeinsam sitzen und sogar kochen kann. Die Doppelliege habe ich ausgewählt, weil es für mich gern auch unkompliziert sein darf.

Im Garten oder am Pool hat man meist viele Sachen dabei: ein Buch, einen Bademantel, eine Tasche, das Handy, etwas zu trinken – die Doppelliege ist wie eine eigene Insel, auf der alles seinen Platz findet. Und wenn dann noch ein Kind kommt, das kuscheln will, ist auch dies problemlos möglich. Als eine Art Gegenstück zur Lounge habe ich ein ganz schlichtes Modell gewählt, nichts üppiges mit tausend Polstern und Kissen, die am Abend oder bei Regen noch versorgt sein wollen. Das Netz macht sie trotzdem bequem. Die Wäschekörbe aus recyceltem Leder sind praktisch und dekorativ zugleich, für Pooltücher oder Badesachen. Und wenn die Badesaison vorüber ist, können sie problemlos im Badezimmer stehen.»

Weitere Trends sind im Magazin RAUM UND WOHNEN zu entdecken. Die Ausgabe 06•07/21 können Sie bequem online bestellen.

YOGAMATTE, Design: Anna Souvignier & Sophie Zepnik. HEJHEJMATS.

Yogamatte, Design: Anna Souvignier & Sophie Zepnik. HEJHEJMATS.

LATERNE «Nest» Design: Henrik Pedersen. GLOSTER.

Laterne «Nest», Design: Henrik Pedersen. GLOSTER.

TISCHLEUCHTE «Luxciole». HISLE.

Tischleuchte «Luxciole». HISLE.

Iria Degen.

Lockere Eleganz:
Ihr eleganter Stil hat sie über die Grenzen der Schweiz hinaus zu einer gefragten Interior-Designerin gemacht. Nun hat Iria Degen zusammen mit dem Architekten Gus Wüstemann das Ferienhaus «Tres Hermanas» im Süden Mallorcas errichtet. Ausgehend von ihrem dortigen Innenraumkonzept stellt sie uns einen lockeren Wohntrend vor, der von Beginn an auch das Exterior einbezieht.

IRIADEGEN.COM

Bezugsquellen:

Gloster:
Zeppelinstr. 22, 21337 Lüneburg

Hejhejmats:
Kopernikusplatz 34, 90459 Nürnberg

Hisle:
51 rue Auguste Comte, 69002 Lyon

Text: Iria Degen
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 06•07/2021

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