DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Ein Pied-à-terre über der Stadt

Wie eine Baumhöhle mit Lukarnen nach allen Himmelsrichtungen wirkt dieses Appartement im obersten Stock eines Jugendstilhauses am Zürichberg. Das spannende Loft ist ein Bravourstück mit klar männlicher Note.

Die offene Küche: Schränke aus schwarzem MDF und Chromstahl flankieren den Frühstückstisch von Egon Eiermann mit Stühlen von Eero Saarinen. Der Hund ist ein Kunstobjekt von Wiedemann Mettler Zürich, darüber ein Deckenleuchter von Mazzega aus den 1960er-Jahren. Foto von René Groebli.
Die offene Küche: Schränke aus schwarzem MDF und Chromstahl flankieren den Frühstückstisch von Egon Eiermann mit Stühlen von Eero Saarinen. Der Hund ist ein Kunstobjekt von Wiedemann Mettler Zürich, darüber ein Deckenleuchter von Mazzega aus den 1960er-Jahren. Foto von René Groebli.
Die Nordseite des Lofts: Eine Wand aus Glas und MDF mit Eingangstür, Dusche und Toilette. Als Bodenbelag: rotes Linoleum, Wände, Decken und Balken in Grün und Blau. Ein gross dimensioniertes Sideboard dient als Stauraum für Kleider und Geschirr und als Raumtrenner zwischen dem Eingangs- und dem Wohnbereich.
Die Nordseite des Lofts: Eine Wand aus Glas und MDF mit Eingangstür, Dusche und Toilette. Als Bodenbelag: rotes Linoleum, Wände, Decken und Balken in Grün und Blau. Ein gross dimensioniertes Sideboard dient als Stauraum für Kleider und Geschirr und als Raumtrenner zwischen dem Eingangs- und dem Wohnbereich.
Wohnen mit Rückhalt: Optisch begrenzt das schwarze Sideboard den Wohnbereich gegen die Funktionszonen Eingang, Schlafen und Küche. Das ochsenblutrote Linoleum zieht sich durchs gesamte Loft, hier mit Teppich von Rug Star «Hotel Dresden», darauf Sofas «Lizard» von Friedemann Ramacher. Die Salontische sind Fundstücke, die Brände stammen von Manufaktor Hinteregg.
Wohnen mit Rückhalt: Optisch begrenzt das schwarze Sideboard den Wohnbereich gegen die Funktionszonen Eingang, Schlafen und Küche. Das ochsenblutrote Linoleum zieht sich durchs gesamte Loft, hier mit Teppich von Rug Star «Hotel Dresden», darauf Sofas «Lizard» von Friedemann Ramacher. Die Salontische sind Fundstücke, die Brände stammen von Manufaktor Hinteregg.

Der Strassenlärm klingt ab, im Eingang ist es still. Drei Stockwerke schiesst der Lift hinauf, dann führt eine bequeme Treppe zum Dachgeschoss. Als sich die hohe Glastür im schwarzen Holzrahmen öffnet, stockt uns der Atem – wir meinen, mitten in einer riesigen Königskrone gelandet zu sein: Wie ihre Zacken wirken die steil zulaufenden Lukarnen in einem ruhigen Blau – ihre Spitzen zieren Kronleuchter aus Murano. Der Kronreif darunter schimmert im schlammigen Grün. Und sie ruht, wie es sich für Kronen gehört, auf einem weichen, roten Samtkissen…

Haben sich die Sinne an diese optische Überraschung gewöhnt, holt uns die Realität wieder ein. Nein, wir stehen nicht in einer Schatzkammer, sondern im Dachgeschoss eines Jugendstilhauses auf dem Zürichberg. Während wir auf die Terrasse mit Rundblick auf See und Stadt zugehen, erklären uns die Bauherren die Geschichte des Gebäudes: «Dieses Jugendstilhaus – Baujahr 1906 – bestand aus vier übereinander liegenden Eigentumswohnungen. Hier, im Dachgeschoss, befanden sich kleine, niedrige Zimmer, Bad und Küche für das Personal, das bei den Wohnungsbesitzern diente.» Wir blicken uns um: kaum vorstellbar heute, mit diesem offenen Wohngefühl bis hin zum Dachspitz. In den 1970er-Jahren wurde das Mehrfamilienhaus als Bürohaus umgebaut und das Dachgeschoss als Wohnung benutzt. Vor wenigen Jahren kam dann das oberste Geschoss an die Reihe: Der über hundertjährige Dachstuhl musste renoviert werden. «Vor diesem grossen Umbau haben wir uns entschlossen, einen Statiker zu konsultieren», erklären die Hausherren. Er half ihnen bei der Neuinterpretation des Dachstuhls nach ihren eigenen Vorstellungen: «Statt kleinen Zimmern eine loftartig offene Raumfolge, statt niedrigen Decken die Gesamthöhe sichtbar machen» – so lautete das Motto des anspruchsvollen Projekts. Ihr Pied-à-terre in Zürich sollte klar, schön und einfach bedienbar sein.

Die komplette Reportage ist im Magazin RAUM UND WOHNEN zu lesen. Die Ausgabe 09•10/21 lässt sich hier online bestellen.

Text: Kay von Losoncz, Fotos: Fotos: Laura Egger
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 09•10/2021

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