DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

A Hotel with a View

Im Pool auf dem Dach, einen Drink in der Hand und die Stadt zu Füssen: Eigentlich wollte ich zum Shoppen nach Mailand. Und zog mich dann doch nur aus, um den Bikini anzuziehen.

Ein Besuch des hauseigenen Michelin-Gourmetrestaurants und der Bar «Bulk» (im Bild), beide unter der Leitung des preisgekrönten Sternekochs Giancarlo Morelli, runden den Besuch ab.
Ein Besuch des hauseigenen Michelin-Gourmetrestaurants und der Bar «Bulk» (im Bild), beide unter der Leitung des preisgekrönten Sternekochs Giancarlo Morelli, runden den Besuch ab.
Während für zwei Fassaden des Gebäudes Glas, nachhaltig gewachsenes Holz und recyceltes Metall verarbeitet wurde, sind die zwei anderen Seiten mit üppigem Grün bewachsen.
Während für zwei Fassaden des Gebäudes Glas, nachhaltig gewachsenes Holz und recyceltes Metall verarbeitet wurde, sind die zwei anderen Seiten mit üppigem Grün bewachsen.
Für das Interior-Konzept arbeitete der Mailänder Architekt Nicola Gallizi mit Studio Arassociati zusammen. Die Ausstattung der Lobby, Bar, Restaurants und Zimmer übernahm das Designstudio des Traditionsunternehmens Molteni & C. Die Textilien und Teppiche fertigte die Manufaktur Rubelli aus Venedig exklusiv für das Hotel.
Für das Interior-Konzept arbeitete der Mailänder Architekt Nicola Gallizi mit Studio Arassociati zusammen. Die Ausstattung der Lobby, Bar, Restaurants und Zimmer übernahm das Designstudio des Traditionsunternehmens Molteni & C. Die Textilien und Teppiche fertigte die Manufaktur Rubelli aus Venedig exklusiv für das Hotel.

Es ist Dienstag, die Uhr zeigt 18 Minuten nach zwei. In Mailand, der italienischen Hauptstadt für Mode und Design, beträgt die Temperatur bereits 32,2 Grad. In etwa vier Stunden wird sie mit 34,6 Grad ihr Tagesmaximum erreichen. Zugegeben, es ist wohl nicht die beste Zeit, um zum Shoppen hierher zu kommen, aber wer konnte denn ahnen, dass der Sommer bereits im Juni schon so heiss werden würde? Als ich am Corso Como aus der Metro steige, liegt der Himmel wolkenlos und hellblau über den Dächern der Stadt. Es geht ein leichter Wind, der jedoch keine Kühlung bringt, sondern mir die Röte noch heftiger ins Gesicht treibt. Eigentlich wollte ich Porta Volta ausloten, den angesagten Stadtbezirk, in dem sich zwischen den historischen Gebäuden hippe Bars, Restaurants und Boutiquen angesiedelt haben. Doch die Erkundungstour entwickelt sich schnell zum Gang durch die Wüste und ich bin froh, dass sich der vertikale Garten, der plötzlich an der Fassade vor mir emporwächst, nicht als Fata Morgana erweist.

Himmlische Abkühlung
Die Fassade gehört zum Hotel Viu Milan, ein 2017 eröffnetes Fünf-Sterne-Haus und meine Bleibe für die nächste Nacht, und ist ebenso schön wie erfrischend. Eine Beschreibung, die auf das ganze Haus zutrifft. Es entstammt der Feder des Mailänder Architekten Nicola Gallizi, der nicht nur für die Architektur, sondern zusammen mit Arassociati Studio auch für das Interieur verantwortlich zeichnet. Bereits im Foyer trifft Moderne auf Retro-Ästhetik. Dem eleganten, dunklen Holz ist eine Farbpalette zur Seite gestellt, die von Beige über Schiefergrau bis Schokoladenbraun reicht. Alles ist sorgsam aufeinander abgestimmt, nur der dunkelgrüne Samt der «Lovechairs» scheint das Farbkonzept zu durchbrechen. Gio Ponti entwarf das Original in den 1950er-Jahren für die Villa Planchart in Caracas. Die Reproduktion, wie sie hier steht, wird vom italienischen Traditionsunternehmen Molteni & C gefertigt, dessen klassisch-chice Möbel auch die Zimmer ausstatten. Meines liegt im sechsten Stock des Hauses. Und ist genauso eingerichtet wie das Foyer vermuten lässt: Edle Materialien, Marmorbad mit Regendusche und ein Bett, dessen zartes Leinen mir noch heute kleine Seufzer entlockt. Ich dusche, bleibe einen Moment länger auf dem kühlen Steinboden stehen als nötig, schlüpfe dann doch in den flauschigen Bademantel und fahre in den achten Stock. Denn dort weiss ich die Dachterrasse mit Pool, deren lässige Atmosphäre mir bereits auf der Website des Hotels angepriesen wurde. Zehn Minuten später befindet sich ein weiches Badetuch unter mir, ein Drink mit Minzblättchen neben mir und ein unglaublicher Blick auf die Stadt vor mir. Hier oben ist die Welt noch in Ordnung. Ich wechsle von der Sonnenliege in den Pool und zurück, den Drink nehme ich einfach mit. Und plötzlich rückt der eigentliche Grund meines Mailand-Trips in weite Ferne. Lieber erfreue ich mich an dem Augenblick – fern der überhitzten Stadt und doch mittendrin. Im Spa gibt es noch freie Massage-Termine und später werden zum Aperitif Mailänder Spezialitäten serviert. Als ich das nächste Mal einen Blick auf die Uhr werfe, ist es 20:23 Uhr. In einer Stunde wird die Sonne untergehen und das Quecksilber des Thermometers endlich unter 28 Grad sinken. Ich stehe auf dem Dach des Hotel Viu in Mailand, der italienischen Hauptstadt für Mode und Design, geniesse die Aussicht, die Drinks, den Pool. Für alles andere ist auch morgen noch Zeit.

HOTELVIUMILAN.COM

Die lässigen, klimatisierten Zimmer und der Pool auf der Dachterrasse, auf der auch das Frühstück serviert wird, machen das Viu Milan zur perfekten Bleibe auch an heissen Sommertagen.
Die lässigen, klimatisierten Zimmer und der Pool auf der Dachterrasse, auf der auch das Frühstück serviert wird, machen das Viu Milan zur perfekten Bleibe auch an heissen Sommertagen.
Das Hotel mit 124 Zimmern in fünf Kategorien, vom 27 Quadratmeter grossen Zimmer bis zur 100 Quadratmeter umfassenden Suite, steht stellvertretend für die Erneuerung der städtischen Umgebung rund um die Porta Volta.
Das Hotel mit 124 Zimmern in fünf Kategorien, vom 27 Quadratmeter grossen Zimmer bis zur 100 Quadratmeter umfassenden Suite, steht stellvertretend für die Erneuerung der städtischen Umgebung rund um die Porta Volta.
Bodentiefe Fenster durchfluten die Zimmer und Suiten mit Tageslicht. Private Terrassen zwischen dem ersten und siebten Stock bieten imposante Blicke auf die Stadt.
Bodentiefe Fenster durchfluten die Zimmer und Suiten mit Tageslicht. Private Terrassen zwischen dem ersten und siebten Stock bieten imposante Blicke auf die Stadt.

Text: Kirsten Höttermann, Fotos: Molteni & C
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 09/2019

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