DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Spiegelbild der Natur

Eigentlich suchten sie ein Grundstück, um dort ein Haus nach ihren Vorstellungenzu bauen. Doch ein zum Verkauf stehendes Haus des Architekten Philippe Meyer übertraf alle Erwartungen der Hausherren. Seither lebt die fünfköpfige Familie in Cologny, einer Gemeinde am Genferseeufer.

Von den bewohnbaren Zimmern aus geniesst man den freien Blick in die Natur beziehungsweise den Garten.
Von den bewohnbaren Zimmern aus geniesst man den freien Blick in die Natur beziehungsweise den Garten.

Als die Hausherren von dem zum Verkauf stehenden Haus erfuhren, machten sie sich keine allzu grossen Hoffnungen, dass es ihren Ansprüchen gerecht werden könnte. Und dann kam alles anders.

Zusammen mit Philippe Meyer, der für den aussergewöhnlichen Bau verantwortlich zeichnet, besichtigten sie das Objekt, welches ursprünglich als Büro diente und nun komplett zu einem Wohnhaus umgewandelt wurde. Perfekt für eine fünfköpfige Familie wie sie es waren. Das zweistöckige Haus hatte es dem Ehepaar sofort angetan. «Ich erinnere mich nicht mehr genau, wo wir mit der Besichtigung angefangen haben. Doch eines weiss ich mit Sicherheit – als wir im Obergeschoss ankamen, hat mich der herrliche Blick auf den See sofort überwältigt», schwärmt die Hausherrin, «es war Liebe auf den ersten Blick», da waren sie und ihr Mann sich einig. Doch das war nicht der einzige Grund, weshalb sich das naturverbundene Ehepaar für das Haus am Genferseeufer entschied. Mit der Längsseite schmiegt sich das zweistöckige längliche Haus, ein lichtdurchströmter Glasbau, sanft an das leicht abfallende Grundstück. Es fügt sich unaufdringlich in die Natur ein wie ein Puzzleteil, wird zum Spiegelbild der Natur. Das gefiel dem Ehepaar auf Anhieb und war der Grundgedanke Philippe Meyers, dem federführenden Architekten. Er überliess der Natur die Hauptrolle, das Haus sollte sich unterordnen. Der Architekt sah nur eine Möglichkeit, dies zu erreichen. Indem er das ehemalige Bürogebäude auf seine regelmässige, gut organisierte Grundstruktur reduzierte, Wände abriss, den Raum und damit den Blick öffnete. In jedem Zimmer geben grossflächige bodentiefe Glasfronten die Aussicht auf den umliegenden Pflanzenbestand frei. Von den Zimmern im Obergeschoss ist der Genfersee zu sehen. Die Linie des erhöhten umlaufenden Geländers im oberen Stockwerk verbindet sich mit der spiegelnden Wasseroberfläche, wird zu ihrer Parallele. Die Materialien der Fassade – Ton, Harz, Holz und Glas – sind Komparsen eines Lichtspiels. Egal, ob die Jahreszeiten Sonne, Wolken, Wind, Regen oder Schnee bringen; das Haus übt sich in perfekter Metamorphose und hält sich dezent im Hintergrund, lässt die Grenzen zwischen innen und aussen verschmelzen.

Die offene Gestaltung des Objektes lässt die Grenzen des Innen- und des Aussenraums verschmelzen. Der Garten soll gepflegt und zugleich wild wirken und zu jeder Jahreszeit eine andere Blüte hervorbringen.
Die offene Gestaltung des Objektes lässt die Grenzen des Innen- und des Aussenraums verschmelzen. Der Garten soll gepflegt und zugleich wild wirken und zu jeder Jahreszeit eine andere Blüte hervorbringen.
Der Pool im Obergeschoss wurde auf Wunsch der Bauherren nachträglich eingebaut, die Bewilligung lag bereits vor.
Der Pool im Obergeschoss wurde auf Wunsch der Bauherren nachträglich eingebaut, die Bewilligung lag bereits vor.

Klar und strukturiert

Die Aufteilung der Räumlichkeiten ist übersichtlich. Das Gebäude ist sowohl im Erd- als auch Obergeschoss der Länge nach zweigeteilt, in Vorder- und Rückseite. Im Erdgeschoss, durch das man das Haus betritt, verbindet ein langer Gang die beiden Haushälften. Während sich entlang der Vorderseite nebeneinandergereiht und mit freiem Blick auf das Grundstück die drei Kinderzimmer, ein Fernseh- und Spielzimmer sowie ein Arbeitszimmer befinden, sind die drei Badezimmer, Waschküche und Technikraum der Rückseite zugewandt.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe 10 von RAUM UND WOHNEN.

Herzstück des Hauses ist der loftartige Wohnraum im Obergeschoss. Dank der Glasfronten ist er lichtdurchflutet und ermöglicht die direkte Sicht auf den Genfersee sowie den Zugang zu zwei Terassen und den Pool. Küche von Boffi.
Herzstück des Hauses ist der loftartige Wohnraum im Obergeschoss. Dank der Glasfronten ist er lichtdurchflutet und ermöglicht die direkte Sicht auf den Genfersee sowie den Zugang zu zwei Terassen und den Pool. Küche von Boffi.

Text: Silja Cammarata, Fotos: Ruben Wyttenbach
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 10/2019

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