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Attraktion in der Arktis

Wale gehören zu den grössten Tieren der Welt und auch ihr komplexer Gesang lässt uns immer wieder staunen. Sie haben es in weltbekannte Romane geschafft, zahlreiche Geschichten handeln von ihnen und selbst in der Bibel, im Buch Jona, fanden sie einen ganz besonderen Platz. Die Faszination der Menschen für Wale nutzen die Norwegen nun, um den friedlichen Riesen ein ganz besonderes Museum zu widmen. Es heisst «The Whale» und wird 300 km nördlich des Polarkreises in der bemerkenswerten Landschaft von Andøya gebaut. Die Insel gilt als einer der besten Orte weltweit, um Wale zu beobachten, und «The Whale» soll sie durch Kunst, Wissenschaft und Architektur erzählen.

Der Wettbwerb für «The Whale» wurde im Frühjahr 2019 ausgeschrieben. Es ging nicht nur darum, ein Museum zu bauen, es sollte eine neue architektonische Attraktion entstehen, in der BesucherInnen alles über Wale lernen können.
Der Wettbwerb für «The Whale» wurde im Frühjahr 2019 ausgeschrieben. Es ging nicht nur darum, ein Museum zu bauen, es sollte eine neue architektonische Attraktion entstehen, in der BesucherInnen alles über Wale lernen können.

Entworfen wurde das fantastische Gebäude vom dänischen Architekturbüro Dorte Mandrup, das zusammen mit Marianne Levinsen Landskab und den Beratern JAC Studios, Thornton Tomasetti, Nils Øien und Anders Kold den internationalen Designwettbewerb zur Gestaltung der neuen Attraktion gewann. Die Architekten lassen es regelrecht aus der Landschaft herauswachsen. «The Whale» erhebt sich natürlich wie ein weicher Hügel am felsigen Ufer, als hätte ein Riese eine dünne Schicht der Erdkruste angehoben, um darunter einen Hohlraum zu schaffen. Das geschwungene Dach ist mit Steinen bedeckt, die auf natürliche Weise patinieren und die Verbindung zwischen dem Gebäude und der norwegischen Landschaft unterstreichen. Letztere war entscheidend für die Definition der Gebäudeform.

Die gebogene Betonschale, die das Dach bildet, ermöglicht einen stützenfreien Innenraum. Grosse Fenster öffnen sich zum Archipel hin und man fühlt sich unweigerlich wie Jona, der im Bauch des Wals hockt und nach draussen schaut. Das Gebäude wird Ausstellungsräume, Büros, ein Café und ein Geschäft beherbergen. Einen Nachteil gibt es jedoch. Wir müssen uns noch ein wenig gedulden, denn «The Wale» wir nicht vor 2022 fertig sein.

DORTEMANDRUP.DK

Die Form des Gebäudes ist aerodynamisch, was die Schneeanhäufung minimieren wird. Grob bearbeiteter Naturstein, Schiefer oder Granit aus der Gegend beschichten das Dach. Der Zement soll aus dem ersten CO2-neutrale Zementwerk aus Breivik kommen.
Die Form des Gebäudes ist aerodynamisch, was die Schneeanhäufung minimieren wird. Grob bearbeiteter Naturstein, Schiefer oder Granit aus der Gegend beschichten das Dach. Der Zement soll aus dem ersten CO2-neutrale Zementwerk aus Breivik kommen.
Der Standort in Andenes ist sehr reich an Meereslebewesen und viele Arten von Walen können in den Offshore-Gewässern beobachtet werden.
Der Standort in Andenes ist sehr reich an Meereslebewesen und viele Arten von Walen können in den Offshore-Gewässern beobachtet werden.
Bildlegende

Text: Kirsten Höttermann/PD
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 4/2020

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