DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Ein Haus für alle Fälle

Unter einem Dach leben und arbeiten, auf dem Land mit Garten, aber trotzdem urban? Alvisi Kirimoto Architekten zeigen, wie das in der italienischen Hauptstadt gehen kann und bauen ein Landhaus so um, dass es den aktuellen Bedürfnissen seiner Bewohner ganz und gar entspricht.

Das Mezzanin öffnet sich nun nach oben hin und gibt den Blick auf die Dachkonstruktion frei. Hier steht den Bauherren ein grosszügiger Homeoffice-Bereich zur Verfügung. Auffällig ist das raffinierte Metallband, dass durch den gesamten Raum läuft und mal Schreibtisch, Zeitungsständer oder schlicht Abstellfläche ist. Sofa: «Apta» von Antonio Citterio für Maxalto; Couchtisch: Opificio Lauchli; Wandleuchte von Flos.
Das Mezzanin öffnet sich nun nach oben hin und gibt den Blick auf die Dachkonstruktion frei. Hier steht den Bauherren ein grosszügiger Homeoffice-Bereich zur Verfügung. Auffällig ist das raffinierte Metallband, dass durch den gesamten Raum läuft und mal Schreibtisch, Zeitungsständer oder schlicht Abstellfläche ist. Sofa: «Apta» von Antonio Citterio für Maxalto; Couchtisch: Opificio Lauchli; Wandleuchte von Flos.
Ein Eisbär im Wohnzimmer: Das Erdgeschoss ist so offen und grosszügig gestaltet, dass selbst Sofa «Pack» von Francesco Binfaré für Edra Platz findet. Der Couchtisch ist ein Entwurf der Bauherrin.
Ein Eisbär im Wohnzimmer: Das Erdgeschoss ist so offen und grosszügig gestaltet, dass selbst Sofa «Pack» von Francesco Binfaré für Edra Platz findet. Der Couchtisch ist ein Entwurf der Bauherrin.
Der TV-Bereich ist durch deckenhohe Regale (ein Entwurf der Architekten) vom restlichen Raum abgetrennt. Das Sofa hat Piero Lissoni für Living Divani gestaltet.
Der TV-Bereich ist durch deckenhohe Regale (ein Entwurf der Architekten) vom restlichen Raum abgetrennt. Das Sofa hat Piero Lissoni für Living Divani gestaltet.
Ein Haus, wie aus der Zeit gefallen: Die Eigentümer nutzten das ungewöhnliche Jahr und liessen ihr Landhaus im nördlichen Stadtgebiet umbauen.
Ein Haus, wie aus der Zeit gefallen: Die Eigentümer nutzten das ungewöhnliche Jahr und liessen ihr Landhaus im nördlichen Stadtgebiet umbauen.

Als die Bilder dieses Hauses die Redaktion erreichten, tippten wir aufs Piemont, die Toskana oder vielleicht auch die Emilia Romagna. Denn die schlichte Form, das flache, mit Klosterziegeln gedeckte Satteldach und das so typische Mezzaningeschoss liessen auf ein italienisches Landhaus schliessen. Die grüne Umgebung und der kleine Gemüsegarten schienen unsere Annahme nur zu bestätigen. Auf Rom hatte niemand getippt und wär wohl auch niemand gekommen. Und doch steht das Idyll im modernen Teil der Stadt, unweit von Renzo Pianos Parco della Musica und Zaha Hadids Nationalmuseum der Künste des 21. Jahrhunderts.

Die Bauherren beauftragten das Architekturstudio Alvisi Kirimoto mit dem Umbau des ehemaligen Bauernhauses sowie der Gestaltung der Aussenbereiche. Es steht auf einem Hügel im Norden der italienischen Hauptstadt, von dem aus man den Parco dell‘Inviolatella Borghese überblicken kann. Für die Eigentümerin war es wichtig, nicht nur ein helles, ja lichtdurchflutetes Zuhause zu haben, sondern eins, das gut in die Landschaft integriert ist. Auch wünschte sie sich eine starke Verbindung nach draussen, um die Natur zu geniessen, ohne dabei auf das pulsierende Tempo der Stadt zu verzichten.

Das Haus sollte einladend sein, offen, um dort gesellige Stunden mit Freunden zu verbringen. Gleichzeitig sollte es aber auch der Arbeitsplatz von Bauherrin Antonella von Opificio Lauchli sein, die in Handarbeit Möbel und Kunst fertigt. Um ein Gefühl von Freiheit und Modernität zu vermitteln, haben die Architekten der archetypischen Form des italienischen Bauernhauses ein zeitgemässes Interieur auf drei Etagen entgegengestellt. Sie nutzten die Höhe der Decken voll aus und liessen einige Wände entfernen. Die nun viel luftigeren Räume öffnen sich über bodentiefe Fenster zum Garten hin, an deren Aussenseite Klappläden angebracht sind.

Urbane & Soziale Themen
Massimo Alvisi und Junko Kirimoto fanden 2002 zusammen und führen seitdem ein gemeinsames Architekturbüro in Rom, dem sich 2008 auch Alessandra Spiezia und Arabella Rocca anschlossen. Die Japanerin und der Italiener lassen nicht nur ihre kulturellen Hintergründe in ihre Arbeit einfliessen, sie bringen auch Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit namhaften Grössen wie Renzo Piano, Massimiliano Fuksas und Oscar Niemeyer ein. Alvisi Kirimoto + Partners sind in den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Design tätig. Ihre Arbeit ist durch eine sachliche Herangehensweise, den sensiblen Umgang mit Technologie und die Beherrschung des Raums gekennzeichnet. Wichtig sind ihnen vor allem die Erneuerung der Städte und soziale Themen.

Alvisi Kirimoto + Partner
00199 Rom, Italien

Hausherrin Antonella di Opificio Lauchli (Mitte) mit der Architektin Junko Kirimoto und dem Architekten Massimo Alvisi. ©Ilaria Magliocchetti Lombi.
Hausherrin Antonella di Opificio Lauchli (Mitte) mit der Architektin Junko Kirimoto und dem Architekten Massimo Alvisi.
©Ilaria Magliocchetti Lombi.

Die komplette Reportage ist im Magazin RAUM UND WOHNEN zu lesen. Die Ausgabe 02•03/2021 lässt sich online bestellen.

Text: Alvisi Kirimoto & Kirsten Höttermann, Fotos: Serena Eller Vainicher
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 02•03/2021

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