Turmbau am Hang

Eigentlich wollte Tobias Petri immer eine urige Hütte haben. Doch weil die nicht zu bekommen war, kaufte er ein Grundstück am Hang des Gerlosbergs, um dort ein Haus zu bauen, das seine Grosszügigkeit in der Vertikalen sucht.

Wohnzimmer mit Lounge, Essbereich und Küche bilden einen offenen Raum, der geschickt aufgeteilt ist. Die windgeschützte Loggia ist eine von insgesamt drei in den oberen Stockwerken, die den ansonsten streng kubischen Baukörper gliedern und in alle Richtungen Aussenplätze hinzufügen. Pendelleuchte: «Smithfield» von Jasper Morrison für Flos; Esszimmerstühle: Klaus Lichtenegger.
Wohnzimmer mit Lounge, Essbereich und Küche bilden einen offenen Raum, der geschickt aufgeteilt ist. Die windgeschützte Loggia ist eine von insgesamt drei in den oberen Stockwerken, die den ansonsten streng kubischen Baukörper gliedern und in alle Richtungen Aussenplätze hinzufügen. Pendelleuchte: «Smithfield» von Jasper Morrison für Flos; Esszimmerstühle: Klaus Lichtenegger.
In der Gästesuite im dritten Geschoss gibt es eine Wand aus Beton, die ein Teil des Fundaments ist. Petri liess sie sandstrahlen, um ihr eine abwechslungsreiche Textur zu verleihen. Die Treppe zur Aussenterrasse ist aus einem einzigen Stück Holz gefertigt. Der Beton des Kerns, in dem Schornstein und Aufzug untergebracht sind, wurde hier schwarz gestrichen. Zweisitziger Sessel «Traffic» von Konstantin Grcic für Magis.; Stehleuchte «AJ» von Arne Jacobsen für Louis Poulsen.
In der Gästesuite im dritten Geschoss gibt es eine Wand aus Beton, die ein Teil des Fundaments ist. Petri liess sie sandstrahlen, um ihr eine abwechslungsreiche Textur zu verleihen. Die Treppe zur Aussenterrasse ist aus einem einzigen Stück Holz gefertigt. Der Beton des Kerns, in dem Schornstein und Aufzug untergebracht sind, wurde hier schwarz gestrichen. Zweisitziger Sessel «Traffic» von Konstantin Grcic für Magis.; Stehleuchte «AJ» von Arne Jacobsen für Louis Poulsen.
Die oberste Etage ist Arbeits- und Schlafbereich sowie Bibliothek und bietet Ausblicke in vier Richtungen. Hinter dem Stauraum mit den verspiegelten Türen befinden sich  Bad und Dampfbad. Die Tannenholzpaneele und die Lärchenholzdielen sorgen für eine minimalistische Ästhetik und verleihen dem Raum etwas Reines.
Die oberste Etage ist Arbeits- und Schlafbereich sowie Bibliothek und bietet Ausblicke in vier Richtungen. Hinter dem Stauraum mit den verspiegelten Türen befinden sich Bad und Dampfbad. Die Tannenholzpaneele und die Lärchenholzdielen sorgen für eine minimalistische Ästhetik und verleihen dem Raum etwas Reines.
Die unterirdische Eingangsebene des Turmhauses ist eine Drive-in-Garage, deren Grundfläche fast doppelt so gross ist wie die der Wohnräume, die acht mal acht Meter messen.
Die unterirdische Eingangsebene des Turmhauses ist eine Drive-in-Garage, deren Grundfläche fast doppelt so gross ist wie die der Wohnräume, die acht mal acht Meter messen.

Ein weisses Winterkleid taucht den Hang des Gerlosbergs in Stille. Die dicke Schneeschicht verschluckt alle Geräusche, selbst die, die normalerweise aus dem Tal heraufklingen. An Tagen wie diesen wirkt die spärlich besiedelte Gegend wie verzaubert und es ist genau dieser Bergzauber, der Tobias Petri schon immer faszinierte. Der Münchner verbrachte bereits als Kind den Winter in den traditionellen, rustikalen Berghäusern Tirols und schwärmt bis heute für die Zweckmässigkeit der gemütlichen Behausungen und ihre einfache Funktionalität. «Mir scheint es, dass diese alten Bauernhäuser mit ihren acht mal acht Metern Grundfläche die perfekte Grösse haben, um Zeit mit der Familie zu verbringen. Man muss hier eng zusammenrücken, ich mag das», erklärt er.

Zeit mit den Liebsten in den Bergen verbringen und dort den eigenen Kindern das nahebringen, was er selbst als Junge so geliebt hat – diese Wünsche liessen Petri die Gegend auf der Suche nach einem alten, rustikalen Bauernhaus durchwandern. Er wollte es renovieren und zu seinem Familienrefugium machen, einem Zufluchtsort vor der Arbeitswoche in München – und das nur ein paar Autostunden entfernt. Aber es blieb ihm verwehrt. Und so kaufte er vor sechs Jahren eine kleine, steil abfallende Parzelle und beschloss, dort ein neues Haus zu bauen, um hier die Traditionen und die Kultur des einfachen Berglebens zu pflegen.

Zeit, um vom Plan abzuweichen
Petri hatte sich vorgenommen, viel Holz zu verbauen und eine Architektur zu errichten, welche die umgebende Wildnis stilvoll einrahmt. Da traf es sich natürlich gut, dass der Münchner Mitinhaber von Holzrausch ist. Petri gründete das bekannte Innenarchitekturunternehmen 1998 zusammen mit seinem Freund Sven Petzold. Nach mehr als 20 Jahren hat sich das Studio mit zahlreichen Bauprojekten im High-End-Bereich einen Namen gemacht. Aber ein persönliches Projekt, das nicht an die Vorgaben eines Kunden oder einer Kundin gebunden ist, das war selbst für Petri neu. «Wir nahmen uns die Freiheit, lange und gründlich darüber nachzudenken, wie und was wir machen wollen», sagt er. Und: «Das war ein Luxus, den wir bei unserer Arbeit normalerweise nicht haben.» Was er sich von dieser Zeit erhoffte? «Die Möglichkeit, vom Plan abzuweichen, um sich von unerwarteten Entdeckungen inspirieren zu lassen.»

Architekturbüro
GRÜNECKER REICHELT

Innenausbau
HOLZRAUSCH PLANUNG GMBH

Die komplette Reportage ist im Magazin RAUM UND WOHNEN zu lesen. Die Ausgabe 12/21•01/22 lässt sich online bestellen.

Text: Jeremy Callaghan, Fotos: Gaëlle Le Boulicaut
Bearbeitung: Kirsten Höttermann
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 12/21•01/22

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