DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Design und Wohnkultur

Thomas Isaak, Jost Muoser, Michael Federer und Alfons Lehmann verbindet die Leidenschaft für Design und Wohnkultur: Unter dem Namen «Die Einrichter» arbeiten die Inhaber von vier Schweizer Einrichtungshäusern zusammen. Michael Federer verrät, warum sie ihr fachliches Know-how für grössere Projekte gemeinsam zur Verfügung stellen.

Um ganze Appartementhäuser wie Haus Edelweis in Andermatt einzurichten, bündeln die Unternehmer ihre Ressourcen und arbeiten zusammen.
Um ganze Appartementhäuser wie Haus Edelweis in Andermatt einzurichten, bündeln die Unternehmer ihre Ressourcen und arbeiten zusammen.
(v.l.) Thomas Isaak von Amrein Wohnen in Kriens, Jost Muoser von Muoser in Schattdorf, Michael Federer von Möbel Roesch in Basel und Alfons Lehmann von Lehmann in Düdingen sind «Die Einrichter».
(v.l.) Thomas Isaak von Amrein Wohnen in Kriens, Jost Muoser von Muoser in Schattdorf, Michael Federer von Möbel Roesch in Basel und Alfons Lehmann von Lehmann in Düdingen sind «Die Einrichter».

Herr Federer, «Die Einrichter» sind vier selbstständige Unternehmer, die alle ein Einrichtungshaus führen. Wie kommt es, dass sie gemeinsam eine Firma gegründet haben?
Michael Federer, Möbel Roesch: Wir haben uns bereits vor mehr als zehn Jahren für das Grossprojekt Andermatt zusammengetan. Einer allein wäre niemals konkurrenzfähig gewesen, aber mit dem Portfolio und der Menpower von vier Einrichtungshäusern hatten wir eine Chance und konnten uns am Ende gegen grosse Player in der Schweiz und gegen Firmen aus dem Ausland behaupten.

Wie müssen wir uns die Zusammenarbeit vorstellen?
Michael Federer: Wenn ein ganzes Appartementhaus eingerichtet werden soll, muss alles relativ schnell gehen. Ein Konzept muss nicht nur entwickelt und offeriert werden. Wir müssen auch alles liefern und montieren können. Und mit alles meine ich nicht nur Tapeten, Möbel oder Leuchten, sondern auch Geschirr, Bilder, Kissen, Bettwäsche oder Handtücher. Wer was macht, hängt vom Projekt ab. Für den Auftrag setzen wir uns zusammen und teilen die Arbeit auf. Wir sind ja alle Innenarchitekten und könnten im Prinzip jede Aufgabe übernehmen.

«Die Einrichter» durften das Appartementhaus Edelweiss in Andermatt ausstatten. Wie viel Zeit nimmt so ein Grossprojekt in Anspruch?

Michael Federer: Das ist unterschiedlich. Mit dem Konzept für die Möblierung beginnen wir bereits vor Baubeginn, damit am Ende dann auch jede Leuchte an der richtigen Stelle montiert werden kann. Dabei wird im Vorfeld bereits festgelegt, ob eine Wand gestrichen oder tapeziert wird. Natürlich richtet sich in erster Linie alles nach dem Budget, aber kein Appartementhaus in Andermatt gleicht dem anderen zu einhundert Prozent. Sie alle haben eine andere Architektursprache, eine andere Fassade, entsprechend wählen wir die Produkte aus.

Dann richten Sie die Wohnungen bereits vor dem Verkauf ein, ohne die späteren Eigentümer zu involvieren?
Michael Federer: Das kommt ganz auf das Konzept des Investors an. Das Interior der letzten Häuser haben wir immer schon vor dem Bau geplant. Erstaunlicherweise verkaufen sich die Wohnungen besser, wenn sie fertig eingerichtet sind. Für Leute, die nur ein paar Wochen im Jahr vor Ort sind und die restliche Zeit über vermieten, ist das unkompliziert. Aber wir haben auch schon ganz individuell mit zukünftigen Bewohnern zusammengearbeitet. In jedem Falle kommt uns zugute, dass wir sehr nah und schnell sind. Wir wissen das Portfolio von vier Einrichtungshäusern hinter uns und sind auch im Nachhinein noch da, wenn mal etwas kaputt geht.

Konkurrenz untereinander war nie ein Thema für Sie?
Michael Federer: Wir sind zwar Mitbewerber, aber auch seit vielen Jahren gute Freunde. Regional tun wir uns nicht weh, unsere Einrichtungshäuser befinden sich in Kriens, Schattdorf, Basel, Düdingen und jeder von uns macht seinen Job in seiner Region. Das Spannende ist aber, dass wir trotz unser Positionierung im hochwertigen Segment auch in günstigeren Bereichen arbeiten können. Das geht allerdings nur, wenn wir es zusammen tun. In der heutigen Zeit funktioniert das Gegeneinander sowieso nicht mehr. Wer bestehen will, muss seine Ressourcen bündeln.

DIEEINRICHTER.CH

Text: Kirsten Höttermann
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 12/19 • 01/20

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