DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Designerin Nina Mair

Made in Innsbruck

Sie lebt und arbeitet dort, wo die Berge hoch sind und die Designszene klein ist und doch finden sich die Ideen und Produkte der Architektin und Designerin Nina Mair mittlerweile in allen Ecken der Welt.

Nina Mair studierte Architektur in Innsbruck und Florenz und führt seit 2012 ihr eigenes Studio in ihrer Tiroler Heimat.
Nina Mair studierte Architektur in Innsbruck und Florenz und führt seit 2012 ihr eigenes Studio in ihrer Tiroler Heimat.
Sieht man's oder sieht man's nicht? Der Schrank «Mashrabeya» spielt genauso mit der Idee von Verhüllung und Preisgabe wie die dekorativen Holzgitter aus dem arabischen Raum, die Nina Mair die Inspiration für Name und Design dieses Möbels lieferten.
Sieht man's oder sieht man's nicht? Der Schrank «Mashrabeya» spielt genauso mit der Idee von Verhüllung und Preisgabe wie die dekorativen Holzgitter aus dem arabischen Raum, die Nina Mair die Inspiration für Name und Design dieses Möbels lieferten.
Das kleine «Cooper»-Tischchen hat ganz oben ein Tablett. Und ist damit genauso clever gedacht wie viele andere von Nina Mairs Entwürfen. Und hübsch ist es sowieso.
Das kleine «Cooper»-Tischchen hat ganz oben ein Tablett. Und ist damit genauso clever gedacht wie viele andere von Nina Mairs Entwürfen. Und hübsch ist es sowieso.
Ist das noch Alpenchic? Nina Mairs Innsbrucker Flughafenlounge zeigt, wie elegant und bequem man heute im Tiroler Stil auf's Flugzeug warten kann.
Ist das noch Alpenchic? Nina Mairs Innsbrucker Flughafenlounge zeigt, wie elegant und bequem man heute im Tiroler Stil auf's Flugzeug warten kann.

Einen «Wunderwuzzi» würde man Nina Mair wohl in ihrer Heimat nennen. So vielseitig begabt und so vielbeschäftigt ist die Architektin und Designerin, dass sich dieses österreichische Wort für den Schweizerischen «Siebesiech» wirklich aufdrängt. Zwar hat sie Architektur studiert, in Innsbruck und Florenz, aber de facto arbeitet sie nicht nur an Architektur- und Innenarchitekturprojekten, sondern auch an vielen Produktdesigns, unter anderem für Classicon oder ihren eigenen Webshop. Eine beeindruckende Referenzliste kann sie mittlerweile vorweisen – und das gerade mal sieben Jahre nach der Gründung ihres eigenen Büros. Wer sich diese Liste ansieht, kommt um eine Frage nicht herum: Wie schafft sie das alles? Mit einem Kernteam von derzeit vier Mitarbeiterinnen in einem nur 65 Quadratmeter grossen Büro? Wo doch zum Alltag nicht nur Stunden und Tage im Office gehören, sondern viele Reisen zu den grossen Designmessen nach Mailand oder Köln und zu Kunden ins In- und Ausland und immer wieder auch zu Preisverleihungen, wie zuletzt zum Beispiel zum German Design Award in Frankfurt am Main? «Im Moment ist es wirklich ein bisschen anstrengender», sagt sie. Schliesslich bearbeitet sie gerade den Umbau eines Berner Businesshotels mit 170 Zimmern und auf Ende Juli sollen zwei Musterzimmer fertig gestellt sein. «Da gibt‘s vorher schon mal die eine oder andere Nachtschicht», gibt sie zu. Aber sie nimmt arbeitsreiche Phasen gern in Kauf, ist angespornt von der neuen Herausforderung, die sich ihr da gerade stellt: «Für mich ist es eine Premiere, Räume zum Probewohnen herstellen zu können. Da ist dann noch ganz viel Feinarbeit möglich, und darauf freue ich mich total.»

Aus Tirol in die Welt
Normalerweise lautet Nina Mairs Credo: «Das Wochenende ist in jedem Fall frei von Arbeit.» Die Zeit nutzt sie mit ihrem Mann, ebenfalls vielbeschäftigt und selbstständig, und natürlich zum Auftanken. Dennoch, so ganz abschalten kann eine Nina Mair nie: Denn wo sie auch ist, was sie auch tut, immer denkt sie über Gestaltung nach. Darüber, wie die Dinge sind und wie sie sein könnten. «Im Kopf fühlt sich das nicht so umfangreich an, weil die Disziplinen Architektur und Produktdesign für mich eigentlich ineinander fliessen.» Gesehen und gelernt hat sie diese Art zu denken von frühester Kindheit an – und zwar bei ihrem Vater. Der war selbst Architekt, sie erinnert sich daran, wie sie als kleines Mädchen fasziniert seine handgezeichneten Pläne betrachtete. Und wie sie selbst zu zeichnen begann, mit vier Jahren brachte sie den ersten Grundriss zu Papier: «Der war mit einer Ansicht kombiniert und die zeigte die Eingangstreppe am Haus meiner Grosseltern.» Diese Treppe, so erinnert sich Nina Mair heute, habe sie sehr beeindruckt: «Sie ging nach rechts und links von der Tür weg. Das braucht es ja eigentlich nicht. Ein nicht notwendiges Element, das dem Eingang aber eine gewisse Eleganz gab.» Dieser Gedanke, dass eine einfache und doch durchdachte Gestaltung aus einem Objekt, einem Gebäude etwas Besonderes machen, eine Bedeutungsebene hinzufügen kann, und zwar wohlgemerkt ohne zusätzlichen Schnickschnack – er zieht sich durch Nina Mairs Entwürfe. Mit dieser Haltung schafft sie es, ganz reduzierte Spiegel und Tische, Hocker und Badaccessoires zu gestalten, die im Detail intelligent funktionieren, perfekt verarbeitet sind und eine leichte Eleganz ausstrahlen. Dabei greift sie immer wieder auf die Fertigungstraditionen ihrer Heimat Tirol zurück; versucht sie ins Heute zu holen, neu zu interpretieren und so für die Zukunft zu sichern. «Ich schaue bei meinen Entwürfen immer, ob sie sich mit den Techniken, Materialien und Maschinen, die hier vor Ort bekannt und vorhanden sind, produzieren lassen.» Dass die Produkte, die sie unter ihrem eigenen Label vertreibt, in Tirol gemacht werden, gehört für sie einfach dazu. Und damit reist das Know-how aus den Dörfern und Städtchen rund um Innsbruck hinaus in die Welt – nach Australien und New York, nach Tunesien und Russland hat Nina Mair die Designs aus ihrem Webshop schon verschickt.

Das komplette Portrait über Nina Mair ist im Magazin RAUM UND WOHNEN zu lesen. Die Ausgabe 08/2019 lässt sich online bestellen.

Text: Barbara Hallmann
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 08/2019

Nina Mair Architecture + Design
6020 Innsbruck, Österreich

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