DAS SCHWEIZER MAGAZIN FÜR ARCHITEKTUR, WOHNEN UND DESIGN

Young Swedish Design

Das Museum für Moderne Kunst auf der Stockholmer Insel Skeppsholmen zeigt nicht nur Werke anerkannter KünstlerInnen, sondern beherbergt auch das schwedische Zentrum für Architektur und Design, kurz ArkDes. Wir konnten uns vor Ort einen Eindruck von den bemerkenswerten Unikaten der jungen Kreativen verschaffen, die im Rahmen der Ausstellung «Young Swedish Design» präsentiert wurden und lassen Sie gerne daran teilhaben. ARKDES.SE

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Pushing Embroidery:
Indem sie sich mit der Idee befasste, die Handwerkskunst der Stickerei zu verwenden, um dreidimensionale Formen zu erschaffen, stellte Emilia Elfvik unsere Vorstellungen darüber, was Stickerei sein kann, in Frage. Mit dieser völlig neuen Art der Stickerei fertigte sie aus Flachs und anderen textilen Materialien eine Reihe skulpturaler Objekte, deren Aussehen von aussen beeinflusst wird: Hinter den Designs steht das Gesetz der Schwerkraft, das die Form erschafft, indem die gestickte Arbeit zusammenbricht. EMILIAELFVIK.COM

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Död Mark:
Von den tiefen Minen in Kiruna bis zur dampfenden Heissmetallindustrie in Dalarna: Für sein Studienprojekt verfolgte Elias Båth den Lebenszyklus von Stahl – angefangen bei der Gewinnung bis zur Schlacke, dem Abfallprodukt, das nicht mehr abgebaut werden kann. Der Designer weist anhand seines Tisches aus Stahl und dem unerwünschten Abfallprodukt direkt auf das Problem hin: Masslos der Lithosphäre entnommene Ressourcen können nicht mehr in die Natur zurückgeführt und müssten dringend recycelt werden. @ELIASBATH

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Uncanny Traces:
Aus Lederabfällen der Möbelindustrie fertigte Erika Geiger Ohlin Möbel, die Gedanken über den Gebrauch und Verbrauch provozieren sollen: Wie schätzen wir das Material, den Bezug eines Möbels, der früher die Haut eines lebendigen Tieres war? Statt den Körper der Kuh an die Möbel anzupassen, machte sie das Gegenteil und verpasste den Möbeln eine seltsame, wenn nicht sogar unheimliche Form, die daran erinnern soll, welchen Ursprung das verwendete Material hat. Der Sessel soll in die Umarmung einer Kuh einladen.
ERIKAGEIGEROHLIN.COM

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PINK CHICKEN PROJECT:
Plastikverschmutzung, Russ aus Kraftwerken, nuklearer Niederschlag und – überraschenderweise die versteinerten Knochen des einheimischen Huhns – werden Spuren in den Gesteinsschichten unseres Planeten hinterlassen. Mit 60 Milliarden getöteten Hühnern pro Jahr werden die Überreste des weltweit am weitest verbreiteten Vogels sogar beachtlich sein. Linnea Våglunds und Leo Fidjelands Idee hinter ihrem Projekt war es, durch eine Genveränderung die Knochen und Federn der Hühner pink einzufärben, um den zukünftigen Fossilienbestand zu beeinflussen und die geologische Spur der Menschheit rosa zu färben. Dadurch soll verdeutlicht werden, welch anthropozentrische Gewalt der nichtmenschlichen Welt aufgezwungen wird. NONHUMAN-NONSENSE.COM

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Betweenness:
Die Stockholmer Designerin Julia Olanders stellt anhand ihrer Gefässe Baumaterialen in den Mittelpunkt, die unseren Blicken normalerweise verborgen bleiben: Gips und Isolierschaum. Sie füllte die Materialien in Stoffformen und überliess es dann ihrer Beschaffenheit, sich auszubreiten oder eine bestimmte Form anzunehmen. Im Anschluss dekorierte sie die Objekte mit zusätzlichen Schaum-, Gips- oder Betonschichten, wodurch kleine Individuen entstanden, an der Grenze zwischen Vase und Skulptur, zwischen hübsch und hässlich. JULIAOLANDERS.COM

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Surfaced Print:
Begeistert von Oberflächen, Texturen, Mustern und Drucken beschloss Textildesignerin Camilla Arnbert, eine Kollektion zu entwerfen, die sich nicht auf eines dieser Themen beschränkt, sondern alle miteinander kombiniert. Sie experimentierte mit Stoffen und entwickelte ein spezielles Verfahren zur Erzeugung von dreidimensionale Effekten, Drehungen und Verzerrungen der Textilien: Durch den Druck generischer Muster auf wärmeempfindliche Materialien, veränderten sich diese zum Teil radikal und zeigten die gewünschten Effekte. @CAMILLAARNBERT

Text: Silja Cammarata
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 4/2020

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