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Schlafwandler

Auf dem Fussboden, auf Stroh, Tüchern oder Teppichen – geschlafen wurde schon auf den verschiedensten Unterlagen, doch bequem war es selten. Einer, der schon früh die Vision eines hohen Schlafkomforts hatte, war Victor Moritz. Er erfand die Federkernmatratze und vollzog damit einen echten Schlafwandel.

Für Gemütlichkeit und Geborgenheit sorgt das Kopfteil «Margot» mit sanft nach innen gebogener Formen. Überwurf und Kissen in leuchtendem Blau greifen den im Trend liegenden Samt auf. Design: Quaglio Simonelli.
Für Gemütlichkeit und Geborgenheit sorgt das Kopfteil «Margot» mit sanft nach innen gebogener Formen. Überwurf und Kissen in leuchtendem Blau greifen den im Trend liegenden Samt auf. Design: Quaglio Simonelli.

Frankreich und die Mode. Eine Tradition, die ihren Ursprung bereits im Barock fand. Damals avancierte Paris zum ersten Modezentrum der Geschichte und bis heute ist Frankreich führend in der Haute Couture. Diese beschränkt sich aber keineswegs nur auf die Modewelt, für die vor allem innovative Designs und hochwertige Stoffe bezeichnend sind. Denn Kreativität und erlesene Textilien sind auch beim Elsässer Bettenhersteller Treca von grösster Bedeutung. Ein kleiner Rückblick auf die Anfangsphase der Marke zeigt allerdings, dass sie damals augenscheinlich noch gar nichts mit der Modewelt zu tun hatte, war sie doch in erster Linie auf (Schlaf)Technik ausgerichtet: Victor Moritz gründete 1935 in Reichshoffen die erste Federkernmatratzenfabrik der Marke Treca, die aus der Trefilerie und Cablerie, also Draht- und Kabelzieherei, seines Vaters hervorging. War es bislang Tradition, dass Mütter über Generationen ihre aufgebesserten Matratzen an ihre Töchter weitergaben, entdeckten die Franzosen auf einmal die Vorzüge des Schlafkomforts und begannen, sich dafür zu interessieren.

Das französische Unternehmen Treca mit Sitz im elsässischen Reichshoffen gehört zur Adova-Gruppe und wird von CEO Charles-Henri Déon geleitet.
Das französische Unternehmen Treca mit Sitz im elsässischen Reichshoffen gehört zur Adova-Gruppe und wird von CEO Charles-Henri Déon geleitet.
Fest verwurzelt mit der französischen Tradition der Haute Couture bietet Treca alle Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung und Dekoration der luxuriösen Betten. Dazu zählt ein Fundus von über 300 edlen Stoffen.
Fest verwurzelt mit der französischen Tradition der Haute Couture bietet Treca alle Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung und Dekoration der luxuriösen Betten. Dazu zählt ein Fundus von über 300 edlen Stoffen.

Damit hat Monsieur Moritz den Matratzen- und Schlafmarkt erfunden und war dank seiner Erfindung und des Patents auf die sogenannte Pullman-Feder in diesem Bereich ein Vorreiter. Zwanzig Jahre später, im Jahr 1955, bot Treca dann mit dem ersten Bett eine Gesamtlösung zum Thema Schlaf an. Seither wurde das handwerkliche Know-how mit Respekt vor Tradition und Massarbeit stetig weiterentwickelt. Für die Produkte, die allesamt in Reichshoffen gefertigt werden, kommen hochwertige Rohstoffe zum Einsatz, ausgewählt aufgrund ihrer thermischen und atmungsaktiven Eigenschaften, sowie ihrer Widerstandsfähigkeit. Darunter finden sich beispielsweise Mohairwolle, Naturseide, Rosshaar, Kamel- oder Alpakawolle. Auch das Sortiment ist mit den Jahren dementsprechend gewachsen und bietet nun alles rund um den erholsamen Schlaf, von Liegegestellen, Matratzen und Untermatratzen bis hin zum Bettrahmen. Wird hier die Verbindung zur Modewelt bereits bei der Namensgebung der Kollektionen ersichtlich – Couture, Paris und Impérial – so gipfelt sie in der Gestaltung des Kopfteils und der Untermatratzenbezüge, die bei Treca fast schon die Rolle eines Markenzeichen einnimmt. Über 300 Stoffe stehen zur Auswahl, zudem steht es den Kunden auch frei, eigene Textilien verarbeiten zu lassen. Die Möglichkeiten, anhand der individuellen Ausführung und Dekoration des Bettes seiner Persönlichkeit, Stimmung und Identität Ausdruck zu verleihen, sind also nahezu unbegrenzt.

Mit «Double Jeu» führt Designer Christian Lacroix Handwerkskunst und französisches Design aufs Schönste zusammen und verleiht dem gebogenen Kopfteil dank warmer Farben, Ahnenmustern, Stickereien und Ornamenten ein orientalisches Aussehen.
Mit «Double Jeu» führt Designer Christian Lacroix Handwerkskunst und französisches Design aufs Schönste zusammen und verleiht dem gebogenen Kopfteil dank warmer Farben, Ahnenmustern, Stickereien und Ornamenten ein orientalisches Aussehen.

Nicht anders, als es in der Modewelt der Fall ist. Während die Betten von internationalen DesignerInnen wie Ludivine Bolot, Annette Lang, Andreas Weber, Christian Lacroix oder Sarah Lavoine oder vom internen Designteam entworfen werden, können die Betten letztlich genau nach Kundenwunsch finalisiert und umgesetzt werden, was ihnen einen unvergleichlichen Charakter verleiht. Das französische Unternehmen vereint in seinen Produkten edle Materialien, das Know-how der Polsterer und das Talent der Designer und steht damit seit vielen Jahren für das «Savoir-dormir», also das «Wissen, wie man schläft». Das hat sich auch in der weltweiten Hotellerie herumgesprochen: In der Schweiz sind es Adressen wie das Baur au Lac in Zürich, das Touring au Lac in Lausanne oder etwa das Hotel Sonne in Zermatt, die ihren Gäste erholsamen Schlaf in den hochwertigen Betten gönnen. Und weil die Nacht schöner ist, wenn man sie zu zweit verbringt, fokussiert sich das französische Unternehmen insbesondere auf den Schlafkomfort von zwei Personen. Hier erweist der Taschenfederkern beste Dienste, denn er ermöglicht eine Schlafunabhängigkeit nebeneinander, während die Federn der Wirbelsäule in allen Positionen die beste Unterstützung bietet. Die Federkernmatratze als damaliger Grundstein der Marke Treca ist selbst nach über 85 Jahren ein fester Bestandteil des Produktsortiments. Ein Beweis dafür, dass Victor Moritz als Schlafwandler gute Dienste geleistet hat.

TRECA.COM

Text: Silja Cammarata
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 08/2020

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