Möbeldesign

Wie ein gutes Dessert – Möbeldesign aus Italien

Um für ein renommiertes Unternehmen wie Cattelan Italia ein neues Möbelstück zu entwerfen, braucht es neben dem Gespür für die Design- und Firmenphilosophie der Marke vor allem eines: ein Rezept.

Zum umfangreichen Sortiment zählt seit 2015 auch eine Keramik-Kollektion. Der erste Tisch, für den der damals neue Werkstoff verwendet wurde, erfreut sich auch heute grösster Beliebtheit: «Skorpio Keramik».
Zum umfangreichen Sortiment zählt seit 2015 auch eine Keramik-Kollektion. Der erste Tisch, für den der damals neue Werkstoff verwendet wurde, erfreut sich auch heute grösster Beliebtheit: «Skorpio Keramik».
«Costes» ist das neuste Möbel im Portfolio des Familienunternehmens. Das Sideboard, der Inbegriff aufwendiger Handwerkskunst, gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen.
«Costes» ist das neuste Möbel im Portfolio des Familienunternehmens. Das Sideboard, der Inbegriff aufwendiger Handwerkskunst, gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen.
Die prägnante Maserung des Holzes wird gekonnt in Szene gesetzt, sie ziert die Türen mit einer Art natürlichem Fischgrätmuster.
Die prägnante Maserung des Holzes wird gekonnt in Szene gesetzt, sie ziert die Türen mit einer Art natürlichem Fischgrätmuster.

Gerne vergleichen sie die Herstellung eines Möbelstücks mit der eines guten Desserts: Um ein entsprechendes Ergebnis zu erzielen, kommt es gleichermassen auf die Wahl der Materialien, das Mischungsverhältnis und die fachkundige wie leidenschaftliche Verarbeitung an. Seit sie sich im Jahr 2019 unter dem Label Tosca Design zusammentaten, entwerfen die Kreativen nun Möbeldesigns, die aufgrund einer gelungenen Rezeptur durchwegs als gute Desserts zu bezeichnen sind. Auch ihr neustes Werk zeichnet sich durch die für Tosca Design typischen Qualitätsmerkmale aus, zu denen Originalität, Funktionalität, Handwerkskunst und Detailreichtum ebenso zählen wie ein moderner und doch zeitloser Stil. Kurzum, es ist ein weiteres Möbelstück, das kein optisches Verfallsdatum kennt: «Costes». Ein elegantes Sideboard, entworfen für das italienische Familienunternehmen Cattelan Italia. Das Sideboard mit einem Holzrahmen aus Canaletto-Nussbaum oder gebrannter Eiche ist reich an Details und zugleich von schlichter und minimalistischer Ästhetik. Die abgerundeten, gewölbten Seiten aus transparentem Glas sind mit vertikalen Metalleinsätzen durchsetzt, die der Komposition einen ausgewogenen Rhythmus verleihen und den Blick auf die Einlegeböden aus Rauchglas freigeben. Getragen wird der Korpus von einem y-förmigen Fuss aus zwei Metall-Elementen, die optisch für Leichtigkeit sorgen. «Costes» ist von der Handwerkskunst inspiriert, die in der Fischgrät-Optik der Türen ihren Höhepunkt findet. Hier wirkt das Holz, dank seiner natürlichen, schönen Maserung, fast wie ein Stoffmuster, das die Türen ziert. Das Sideboard ist mit zwei oder vier Türen erhältlich, wobei die Version «Costes TV», niedriger und mit offenen, geschwungenen Seiten, die Familie vervollständigt.

Die Entwicklung der Sideboard-Familie betrug insgesamt acht Monate. Während der gesamten Zeit standen die Designer, die bei «Costes» einmal mehr ihre Faible für das Spiel mit organische Formen und besondere Materialkombinationen auslebten, in engem Austausch mit dem Familienunternehmen. Ihre erste Idee präsentierten sie Paolo Cattelan. Dies war die kreativste Phase, in der gemeinsam Möglichkeiten und Wege hinsichtlich des Erscheinungsbildes diskutiert wurden. Das Interesse an den Design- und Fertigungsprozessen der Möbel und am Einrichtungshandwerk selbst ist seitens des CEO und Designers mindestens so gross wie das seiner Eltern Giorgio und Silvia, die das Unternehmen 1979 gründeten. Seit 2014 ist das Unternehmen in die zweite Generation übergegangen, unter der Leitung von Paolo Cattelan, der weiterhin die Familientradition im Möbelsektor ehrt. Unter anderem durch das aktive Mitwirken bei den Designprozessen. In der Produktionsphase arbeiteten die Designer schliesslich eng mit der Styling- und Technikabteilung des Möbelherstellers zusammen. Einzig an der Namensgebung waren sie kaum beteiligt, denn die Möbel ihres umfangreichen Portfolios werden seit jeher traditionsgemäss von der Familie selbst benannt. Der Name beinhaltet das italienische Wort «Velluto a coste», was so viel wie Kord bedeutet. Im Entfernten erinnern die vertikalen Streben an den Seiten des Stauraummöbels an eben jene für Cord charakteristische Textur. Um dem Namen eine weichere Note zu verleihen und Assoziationen mit etwas Sinnlichem zu wecken, wurde ein «s» hinzugefügt. So kam das Sideboard schliesslich zu seinem Namen. «Costes» lässt an einen romantischen griechischen Liebhaber denken. Oder eben an ein gelungenes Dessert.

Das in Venetien ansässige Unternehmen Cattelan Italia ist seit jeher bekannt für gewagte und kühne Designs, innovative Produktionstechniken und die Verwendung verschiedenster Materialien. Doch zählen Holz, Stahl und Leder nicht ausschliesslich zu den signifikanten Werkstoffen. Im Jahr 2015 kam es zu einem stilistischen Wendepunkt: Das Bestreben, sich ständig weiterzuentwickeln und die Suche nach leistungsfähigen und faszinierenden Materialien führten zur Kreation einer Keramik-Kollektion. Die keramische Oberfläche mit natürlichem Marmor-Effekt wurde zunächst für Tischplatten konzipiert und dann in die Oberflächen der Couchtische, Konsolen und Sideboards aufgenommen. Der erste Keramiktisch, das Modell «Skorpio Keramik», ist zur Designikone der Marke geworden. Die Keramik- Kollektion führte das gesamte Portfolio des Traditionsunternehmens in eine neue stilistische Richtung.

Seien es nun jene Möbel aus keramischem Werkstoff oder ausgefallene Holzmöbel wie das neue Sideboard «Costes» – sie alle sind aussergewöhnlich und die besten Beispiele für hochstehende Handwerkskunst, made in Italy.

CATTELAN ITALIA

Text: Silja Cammarata
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 02•03/23

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