Stabil, witterungsbeständig und leicht zu reinigen. In den 90er-Jahren bestimmte die Funktionalität den Wert eines Möbelstücks im Freien, Ästhetik spielte kaum eine Rolle. Heute ist das ganz anders. Durchgestaltete Wohnwelten prägen die Architektur des Aussenraums und spiegeln ein unbeschwertes Lebensgefühl.
«Unsere Möbel sind Träger von Emotionen. Sie vermitteln Wohlbefinden und Freude am Leben im Freien und stehen für Harmonie mit der Natur ebenso wie für den Wunsch nach Geselligkeit.» Was Marco Levrangi, heutiger CEO von Fast, beschreibt, ist die Philosophie, mit der sein Vater Stefano 1995 das Unternehmen gründete: Outdoormöbel als ästhetische Raumgestalter zu verstehen, die den Alltag im Freien formen und strukturieren.
Tradition und Verbundenheit
In der Valle Sabbia, im Herzen der Provinz Brescia, ist die Metallverarbeitung seit jeher ein fester Bestandteil der örtlichen Kultur. Tief mit seinem Ursprungsort verwurzelt, ist es Fast gelungen, Möbel aus Aluminium in eine zeitgenössische Formsprache zu übersetzen. Das Material erlaubt filigrane Profile ebenso wie tragfähige Strukturen und verknüpft Leichtigkeit mit Dauerhaftigkeit. Seine Oberflächen reagieren sensibel auf Licht, zeichnen Schatten nach und verleihen den Entwürfen jene visuelle Tiefe, die Aussenräume in gestaltete Landschaften verwandelt. Statt Einzelmöbel zu entwerfen, entstehen Kollektionen, die Terrassen, Gärten und urbane Freiflächen strukturieren und dabei Design und Funktion vereinen.
Von Anfang an hat sich das Unternehmen dafür entschieden, an seinem Ursprungsort verwurzelt zu bleiben und in die lokale Produktionskette, in die Ausbildung junger Talente und in eine Fertigung, die Umwelt und Menschen achtet, zu investieren. Wie eng der Naturbezug und die industrielle Präzision miteinander verflochten sind, zeigte sich in der zum 30-jährigen Jubiläum neu aufgelegten Edition des Stuhls «Forest», der sich seit 2007 zu einem Klassiker entwickelt hat. Das Geflecht von Ästen wird in eine tragende Struktur übersetzt, Geometrie zeigt sich in einem organischen Rhythmus und das Licht erzeugt ein lebendiges Wechselspiel zwischen Transparenz und Material. Für die auf 1000 Stück limitierte Edition wurde ein neuartiges, kupfermetallisiertes Finish entwickelt, das Reflexe und Nuancen freilegt und den Werkstoff Aluminium betont. Dadurch gewinnt der Stuhl eine fast skulpturale Präsenz.
Raumbildende Komponenten
Doch auch jüngste Kollektionen von 2025 wie «Unduetre» oder «Naca» der Designer Francesco Meda und David Lopez Quincoces agieren als raumbildende Komponenten. «Unduetre» passt sich vom geselligen Miteinander bis zum ruhigen Rückzugsort unterschiedlichen Nutzungssituationen an und lässt sich von einer linearen Anordnung zur einladenden Insel umgestalten. Dazu passen die niedrigen Tische namens «Naca». Die Kollektion wird durch ihre markanten Aluminiumbeine geprägt, die Form und Grösse der Tische festlegen. Unterschiedliche Formen und Materialien der Tischplatten ermöglichen eine gewisse Individualisierung. Ein entspanntes Erlebnis bieten die neuen Sonnenliegen, welche die Kollektion «Solaris» von Lievore Asociados ergänzen: Eine Doppelliege und ein Himmelbett versprechen einen Rückzugsort mit einem Hauch Luxus, ohne sich aufzudrängen.
«Beim Entwerfen für den Outdoor-Bereich denken wir stets darüber nach, wie sich ein Objekt diskret in ein Ambiente einfügen lässt und dabei in Einklang mit Licht, Vegetation und Architektur steht. So übersetzen wir das mediterrane Lebensgefühl in reduzierte Formen», erklärt CEO Marco Levrangi. Die Zusammenarbeit mit Designern wie Francesco Meda und David Lopez Quincoces oder dem Studio Lievore Asociados erfolgt auf Augenhöhe. Die Handschrift bleibt zurückhaltend und klar, ohne dabei ihre emotionale Wirkung zu verlieren. So zeigt sich die Grundidee von Stefano Levrangi in allen Kreationen: Die Möbel passen sich jedem Stil an und gestalten den Aussenraum ebenso bedacht wie Innenräume. Weit über reine Funktion hinaus übertragen sie das Lebensgefühl unter freiem Himmel in zeitlose, atmosphärische Objekte.
Weitere Ideen für den Garten gibt es in der Ausgabe 03•04/26 vom Magazin RAUM UND WOHNEN.
Text: Silja Cammarata
aus dem Magazin: Raum und Wohnen, Zeitschrift Nr. 03•04/26