«Eleganz für jeden Tag»

Die Designerin Stephanie Jasny zeigt mit «Nya» eine neue Seite von Team 7. Eine schlanke Holzplatte, weiche Konturen und ein filigranes Gestell übersetzen die bekannte Präzision der Marke in eine nahezu beiläufige Eleganz am Essplatz.

Das Herzstück der Kollektion «Nya» bilden Tisch und Stühle der Berliner Designerin Stephanie Jasny. Ihren Entwürfen liegen Bilder aus der Natur zugrunde, etwa eine sich verzweigende Astgabel oder das fächerartige Blatt eines Ginkgos.
Das Herzstück der Kollektion «Nya» bilden Tisch und Stühle der Berliner Designerin Stephanie Jasny. Ihren Entwürfen liegen Bilder aus der Natur zugrunde, etwa eine sich verzweigende Astgabel oder das fächerartige Blatt eines Ginkgos.
Designerin Stephanie Jasny.
Designerin Stephanie Jasny.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Team 7 und wie lautete das Briefing zu «Nya»? 
Stephanie Jasny: Team 7 hat mich angesprochen, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Das Briefing war sehr konkret und detailliert ausgearbeitet. Ich mag es, wenn mir genaue Parameter vorgegeben sind, innerhalb derer ich gestalten kann. Es macht Sinn, wenn eine Firma klar formuliert, was sie haben will und sich dann überlegt, wer das entsprechende Möbel entwerfen kann. Trotzdem sollte es dem Gestalter oder der Gestalterin möglich sein, Ideen einzubringen, die über das Briefing hinausgehen. Auf der gemeinsamen Reise mit Team 7 war es genau so: Wir haben uns bewusst vom ursprünglichen Konzept entfernt, denn am Anfang war kein Polsterstuhl geplant, sondern ein Massivholzstuhl. Erst über die Gestaltung des Tisches sind wir auf den Polsterstuhl gekommen. 

Womit hast Du die Manufaktur vor Eurer Zusammenarbeit verbunden? 
Ich muss gestehen: mit moderner Landhausästhetik. Aber als ich mir den aktuellen Werdegang angesehen habe, war ich ziemlich überrascht, wie sich Team 7 in den letzten Jahren gewandelt hat. Die Marke hat sich weiterentwickelt, ohne sich vom Naturholz-Gedanken zu entfernen. Die Gestaltung baut nicht mehr nur auf Holz auf, andere Materialien haben ebenfalls Platz und werden als Gegenspieler eingesetzt, so wie bei der Kollektion «Nya». 

Die Kollektion ist Teil dieser Weiterentwicklung. Sie ist runder, weiblicher, als man es von Team 7 bis jetzt kennt. War das gewollt? 
Die organische Formensprache der neuen Kollektion war bereits im Briefing angelegt. Mir war es wichtig, eine feine Balance zu finden und das Runde, Weiche mit einer gewissen Materialität sowie einer präzisen Kanten- und Linienführung aufzufangen. Es sollte am Ende nicht zu lieblich werden, das passt nicht zu Team 7. Ich habe das Organische als Grundthema betrachtet und die Präzision, die beispielsweise der Tisch verlangt, betont, ohne die Formensprache wieder ins Technische zu drehen. 

Und der Holzstuhl wurde dann zum Polsterstuhl? 
Sozusagen als Gegenspieler zum Tisch? Der Tisch hatte anfangs noch ein Holzgestell. Aber nicht alle mögen dieses Holz auf Holz, vor allem, wenn sie auch noch einen Boden aus Holz haben. Was uns innerhalb des Entwicklungsprozesses auf die Idee gebracht hat: «Was, wenn wir dieser organischen, bootförmigen Platte ein filigranes Aluminiumgestell geben?» Und dann kam eigentlich eins zum anderen, also der Vierfuss in Aluminium für den Stuhl und letztendlich die gepolsterte Schale. 

Was macht Deinen Stuhl besonders? 
Viele Stühle in dieser Typologie sind mir zu lieblich. Mein Stuhl bildet vor allem in Kombination mit dem Tisch ein sehr ruhiges Ensemble und setzt gleichzeitig Akzente, die spezieller sind. Für mich ist «Nya» die Symbiose aus einer ausgewogenen Ästhetik und Sitzkomfort. Man merkt das vielleicht erst, wenn man einmal in dem Stuhl gesessen hat. Die Rückenschale hat einen leichten Flex, man federt etwas. Der Stuhl lässt sich einfach drehen, schwingt aber auch sanft in seine Ausgangsstellung zurück. Das und der gute Preis – es gibt Stühle dieser Kategorie, die wesentlich teurer sind – sind kleine Finessen, für die man einfach mal Probesitzen sollte. 

Welches Bild hattest Du während des Entwurfs im Kopf? 
Keinen Raum, sondern eher die Funktion eines Tischs. Hier wird gegessen, Alltag gelebt, im besten Falle gefeiert. Menschen kommen zusammen und teilen eine Mahlzeit. Der Essplatz ist ja nicht wie auf den meisten Bildern ein Stillleben. Ich sehe ihn als etwas, das einladen soll, zusammenzukommen, ein schöner Treffpunkt, um gemeinsam zu geniessen. Deshalb hat «Nya» genug Eleganz für ein festliches Dinner, aber nicht so viel, dass es im normalen Alltag nicht funktionieren würde. 

Müsste man im Alltag nicht Angst haben, diese wunderschöne Platte zu ruinieren? 
Das ist der Unterschied von Team7 zu vielen anderen Herstellern: Hier wird mit offenporigem Naturholz gearbeitet, das heisst, sämtliche Macken können sehr gut ausgebessert werden. Gleichzeitig bin ich der Meinung, ein Tisch muss ein lebendiges Objekt sein, das genutzt werden will. Jeder Fleck und jede Schramme erzählen ihre eigene Geschichte, die manchmal sogar zur Familiengeschichte wird. 

In welchem Setting funktioniert «Nya» besonders gut? Was würdest du zu dem Ensemble kombinieren? 
Die Kollektion strahlt eine gewisse Natürlichkeit aus, da die Natur auch dem Entwurf zugrunde lag. Deshalb kann ich mir vieles, was den Tisch umspielt, gut vorstellen, etwa einen schönen Teppich oder eine organisch geformte Schale. Ihr volles Potenzial entfaltet die Kollektion wahrscheinlich in hohen Räumen mit grossen Fenstern und reichlich Tageslicht.

Mehr Tische und Stühle gibt es in der Ausgabe 05•06/26 vom Magazin RAUM UND WOHNEN zu entdecken.

Interview: Kirsten Höttermann
aus dem Magazin: Raum und Wohnen, Zeitschrift Nr. 05•06/26

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