Während der Milan Design Week vibrierte die Stadt vor Leben, Designinteressierte füllten Strassen und Showrooms. Doch mitten im dichten Treiben taten sich immer wieder unscheinbare Türen auf, die in Hinterhöfe und Gärten führten und sich als unerwartete Rückzugsorte entpuppten: üppig bewachsen, erfüllt von den Stimmen der Natur, wurden sie zur atmosphärischen Kulisse für neue Outdoormöbel. Hier liess sich kurz durchatmen und ganz nebenbei Inspiration für den eigenen Sitzplatz finden.
Wie eine schützende Muschelschale umhüllt die handgeflochtene Seilstruktur die modulare Sofalandschaft «Shore» von Jean-Marie Massaud und Emmanuel Gallina. In hellen Farbtönen kam sie im Innenhof des Palazzo Clerici vor der Kulisse «Multitude» des Mailänder Duos Studioutte besonders zur Geltung und entfaltete jene Ruhe und Geborgenheit, die ein Outdoorsofa auszeichnet.
Elena Salmistraro entwarf mit «Loop» ein Objekt zwischen Möbel und Skulptur, bei dem verschiedene Volumen dynamisch ineinanderfliessen. Weiche Polster und Linien beschreiben eine endlose Umarmung, die zum Verweilen einlädt.
Leichtfüssig und bodenständig zugleich steht das Daybed «Fibra» von Studio Amdl Circle für eine besondere Form der Gemütlichkeit – mit Teakholzgestell, komfortabler Auflage und verstellbarer Sitzlehne. Als Einzel- oder Doppelliege erhältlich.
Die traditionellen «Papasan»-Chairs aus einer jahrhundertealten ostasiatischen Kultur inspirierten Designer Robin Hapelt schon 2023 zur Outdoor-Linie «Sandua». Die Lounge-Chairs mit der opulenten, weich gepolsterten Sitzschale sind nun mit Aluminiumgestell erhältlich.
In einem scheinbar zerbrechlichen Gleichgewicht überlagern sich beim Couchtisch «Kali» Volumen aus Zementfaser zu einem Spiel mit den Proportionen, das an das Symbol der Unendlichkeit erinnert.
Was wäre ein Outdoorbereich ohne Grün? Die Teakholz-Pflanzenkübel «Bariq» setzen Pflanzen, einzeln oder in Arrangements, minimalistisch in Szene und verbinden eine klare Formensprache mit Alltagstauglichkeit. In drei Grössen erhältlich.
In einem Innenhof an der Via Senato wirkte die Installation «Responsive Nature» von Elisa Ossino Studio wie ein heimlicher Blick durchs Schlüsselloch in einen verborgenen Garten. In unterschiedlichen botanischen Welten liessen sich Designikonen und neue Outdoormöbel wie die Kollektion «Chelsea» von Studio Dordoni entdecken.
Von der Natur inspiriert, ergänzen sich die beiden Beistelltische perfekt: «Clover» mit seinem kleeblattartigen, dreilappigen Tischbein, «Stelo» mit einer Lavastein-Tischplatte in Blau, Grün oder Orange, die wie eine langstielige Blüte wirkt.
Mit einem wahlweise runden, quadratischen oder rechteckigen Schirmdach, das sich in der Höhe verstellen, bis 32° neigen und um 360° drehen lässt, bietet das Modell «Vita Piana» Funktionalismus und Ästhetik in einem.
Seine unverkennbare Silhouette, die einen umhüllenden Sitzkomfort bietet, macht den stapelbaren Sessel «Tempus» zum praktischen wie ästhetischen Sitzmöbel. Wahlweise in verschiedenen Farben und mit Sitzpolstern zu haben.
Struktur und Ordnung unter freiem Himmel verspricht das Regal «Nidia» von Dordoni Studio. Trotz robuster Edelstahlstruktur und mit variablen Komponenten fungiert es als leichte Trennwand, die Räume definiert, ohne sie zu erdrücken.
Die «Softscapes»-Kollektion nutzt Muster als prägendes Gestaltungselement, variabel in Farbe und Anordnung, und verleiht jedem Sonnenschirm visuelle Tiefe, auch im Blick nach oben.
Inspiriert von der Insel Ithaka als Ort der Ruhe und Zugehörigkeit entwarf Amdl Circle, gegründet von Michele De Lucchi, die gleichnamige Kollektion. «Ithaca» setzt auf die natürliche Ausstrahlung von massivem Teak, einen Rahmen mit achteckigem Querschnitt und grosszügige Polster, die Komfort und klare Konstruktion verbinden.
Bei der Kollektion «Bliss» von Foersom & Hiort-Lorenzen MDD verbindet sich minimalistisches Aluminiumdesign mit hohem Sitzkomfort. In natürlichen Farbtönen fügen sich die Möbel in jeden Aussenbereich ein und sind nun auch als Loungesessel erhältlich.
Verstellbare Rückenlehnen, frei auf den grosszügigen Bänken positionierbar, machen «Formentera» von Philippe Bouix zu einem flexiblen Outdoormöbel. Mit Bezügen aus ikonischen Missoni-Stoffen bringt es sommerliche Leichtigkeit ins Spiel.
Aus einem geschwungenen Band, das sich rhythmisch windet und ausdehnt, formen sich die fliessenden Konturen des Sessels «Sandy», die in ein geometrisch strenges Fundament übergehen. Zur Kollektion von Nendo Design gehören neben dem Sessel auch Sofa und Dining-Sessel.
Mehr Outdoormöbel gibt es in der Ausgabe 06•07/26 vom Magazin RAUM UND WOHNEN zu entdecken.
Text: Silja Cammarata
aus dem Magazin: Raum und Wohnen, Zeitschrift Nr. 06•07/26