Im Giardino delle Arti drehte sich während der Milan Design Week ein historisches Karussell mit übergrossen Früchten und gefühlt die ganze Stadt gleich mit: Zwischen Brera, Tortona und Isola reihten sich Installationen, Markenauftritte und Pop-ups aneinander, während in Rho der Salone del Mobile mit neuen Kollektionen und sehenswerten Sonderschauen seine Hallen füllte. Wer in diesen Tagen zwischen Cocktailbar, Stadt und Messe unterwegs war, fühlte sich am Ende, als hätte er selbst ein paar Runden zu viel gedreht.
Audi und Zaha Hadid Architects nutzten die Piazza des Portrait Milano für «Origin»: eine metallische, kapselartige Skulptur, die Audis neue Designhaltung zwischen Beschleunigung und Konzentration räumlich übersetzte. Die Installation verstand sich als Portal, das den visuellen Lärm der Stadt kurz ausblendete und BesucherInnen über Licht, Spiegelungen und eine reduzierte Formensprache ein kurzes Innehalten ermöglichte. Es war ein Raum, in dem sich die Frage nach der richtigen Geschwindigkeit unserer Gegenwart stellte. Im Spannungsfeld zwischen barocker Architektur und hochglänzender Zukunftserzählung rückte «Origin» die Wahrnehmung auf das Hier und Jetzt: Der geschlossene Körper liess Geräusche leiser, Konturen weicher und Bewegungen bewusster erscheinen.
Wer die Piazza betrat, wechselte damit unmerklich von der Rolle des passiven Zuschauenden zum aktiven Mitgestaltenden eines Raums, in dem Markenauftritt, Architektur und Stadterfahrung ineinandergriffen. So wurde die Installation nicht nur zum visuellen Anker der Design Week, sondern auch zu einem kleinen Experiment darüber, wie sehr Gestaltungsqualität unsere Fähigkeit zur Konzentration und zum Innehalten beeinflusst. Neben der Installation war auch der neue Audi «RS 5», der erste Hochleistungs-Plug-in-Hybrid von Audi Sport, zu sehen. AUDI
Bezugsquellen:
Mehr Designideen gibt es in der Ausgabe 06•07/26 vom Magazin RAUM UND WOHNEN.
Text: Kirsten Höttermann
aus dem Magazin: Raum und Wohnen, Zeitschrift Nr. 06•07/26