Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Lancierung würdigt Roche Bobois eine Design-Ikone: den Sessel «Ovalia». Der im Jahr 1968 vom dänischen Designer Henrik Thor-Larsen entworfene Sessel wird mit sechs neuen Lackfarben, verbessertem Sitzkomfort und einem Magnetsystem für Smartphones neu interpretiert. Der Kokon aus der Space-Age-Ära bleibt, was er war: ein moderner Rückzugsort.
Henrik Thor-Larsen zählte in den 1960er-Jahren zu den skandinavischen Designern, die der Möbelbranche den Zugang zu Industrie und neuen Materialien ermöglichten. Angeregt vom Industriedesign liess er sich von der Technikbegeisterung seiner Zeit inspirieren. Sein bekanntester Entwurf ist der im Jahr 1968 kreierte Sessel «Ovalia» mit skulpturaler Form, der zur Ästhetik der Space-Age-Ära, dem Beginn des Weltraumzeitalters, passt. Henrik Thor-Larsen erklärt, er habe den Sessel als schützenden Kokon entworfen, als Ort der Ruhe, an dem die Fantasie freien Lauf nehmen kann.
Roche Bobois hat nun eine Neuauflage herausgebracht. Das Unternehmen kennt den skandinavischen Stil bereits aus früheren Zeiten: In den 1960er-Jahren half es dabei, nordische Möbel in Frankreich bekannt zu machen, die funktionaler und neuartiger waren als die damals üblichen Möbelstücke. Eric Amourdedieu, Geschäftsführer der Roche Bobois Group, sagt: «Wir bewahren die Vision und die Kühnheit eines ikonischen Designs und passen es gleichzeitig an unsere Komfortstandards und zeitgemässe Nutzungsformen an.»
Roche Bobois versteht die Neuauflage als Ausdruck seiner «Art de Vivre», also einer französischen Lebensart, die Überliefertes und Neues verbindet. «Ovalia ist mehr als nur ein herkömmlicher Sessel – er schafft eine Blase, einen Mikrokosmos», sagt Grégory Dias Monreal, Leiter Trends bei Roche Bobois. «Er erinnert sowohl an eine Raumkapsel als auch an das kosmische Ei – eine Balance zwischen Technologie und Organik.» Designer Henrik Thor-Larsen freut sich über die Weiterentwicklung: «Diese Zusammenarbeit verleiht einem Design neue Impulse, das seine Modernität und seine inspirierende Kraft bewahrt hat».
Was sich geändert hat
Die Form ist erhalten, beim Sitzen wurde hingegen einiges verändert. So ist die Rückenlehne anders geneigt, die Sitzfläche liegt auf elastischen Bändern und es gibt eine eingebaute Kopfstütze. In der Schale ist ein Magnetsystem integriert, an dem ein Smartphone haftet. So lässt sich Musik hören oder Videos ansehen, ohne das Gerät in der Hand halten zu müssen. Die Schale ist in sechs speziell für diese Edition entwickelten Farben erhältlich, jeweils in glänzender oder matter Ausführung. Es gibt eine grosse Auswahl an Stoffen, die sich Ton in Ton oder kontrastreich zur Lackfarbe der Schale kombinieren lassen. Zusätzlich gibt es eine Ottomane als Fussstütze und einen runden Couchtisch. Jedes Exemplar ist mit einer Plakette versehen, die den Namen des Designers und das Datum der Edition trägt.
Mehr Designideen gibt es in der Ausgabe 10•11/26 vom Magazin RAUM UND WOHNEN zu entdecken.
Text: EL, PD